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Wie man die wirklich eigenen Wünsche und dahinterliegende Motive erkennt

Seit Jahren habe ich den Wunsch, in eine bestimmte Region Deutschland zu ziehen. Nach zwei gescheiterten Versuchen in den letzten beiden Jahren nehme ich aktuell wieder einmal einen Anlauf.

Warum ist dieses Vorhaben für mich so schwierig?

Nun… Ich habe mir eine Region ausgesucht, die ziemlich genau 800km von meinem jetzigen Wohnort entfernt liegt. Warum genau dort? Einfach weil ich mit diesem Ort ein Lebensgefühl und eine bestimmte Lebensweise verbinde, die ich hier im Ruhrgebiet nicht wirklich umsetzen kann. Ich will näher an und mit der Natur wohnen und leben, dabei aber nicht auf „die Zivilisation“, also eine größere Stadt, verzichten. Schon oft habe ich davon geschwärmt, wie toll ich die Vorstellung von einer kleinen Hütte auf einem Berg oder, a la Thoreau, im Wald finde. Dabei glaube ich aber nicht, dass diese romantische Vorstellung in der Realität genauso erquickend wäre, wie ich es mir in schönen Bildern ausmalen kann…

Warum ich wenig will, aber so viel brauche…

Vor einiger Zeit habe ich ein Bild auf meiner Facebookseite gepostet. Auf diesem war der folgender Spruch zu lesen:

„Das Dilemma eine Minimalisten: Ich will wenig, aber brauche so viel…“

Bisher habe ich festgestellt, dass solche Bilder immer mit einem kleinen, zustimmenden Nicken schnell weitergescrollt werden. Der Spruch löste aber, zu meiner Verwunderung, einige Nachfragen aus. Ob es denn nicht umgekehrt sei?

Brauchen wir nicht eher wenig, aber wollen so vieles?

Natürlich ist das so!

Warum ein einfaches Leben gegen Populismus hilft

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Quelle: Wikipedia

Jetzt mal ehrlich: Warum wundert ihr euch so, dass dieser Mensch vor ein paar Tagen zum US-Präsidenten gewählt worden ist? Wenn ich nur ein paar Minuten darüber nachdenke, warum Menschen Populisten wählen, dann kann ich diese Wahlentscheidungen ziemlich gut nachvollziehen. Und soo schwer ist das auch nicht!

Auf Twitter (leider habe ich keine andere Quelle) kursiert ein Bild, dass die Wahlentscheidung der 18-25jährigen Amerikaner wiedergibt. Eine überwältigende Mehrheit stimmt demnach gegen die Ansichten des amerikanischen Populisten.

Dies ist auch nicht weiter verwunderlich. Denn diesen Menschen geht es noch finanziell gut. Sie mussten noch nicht ihr eigenes Geld verdienen und damit haushalten. Auch haben die meisten noch keine Schulden, die zurückgezahlt werden müssen.

Warum Minimalismus nach dem Ausmisten verdammt weh tun

Wunderkerze

by Jamie Street / via unsplash.com

Vor ein paar Tagen habe ich mich nach einer verdammt langen Zeit mal wieder mit meinem Reader beschäftigt. Auch wenn dieser automatisch alle Beiträge löscht, die älter als ein Monat sind, musste ich mich durch ziemlich viele Beiträge und Artikel all meiner verfolgten Blogs klicken.
Dabei ist mir bei den vielen Schreiberlingen im Bereich des Minimalismus wieder aufgefallen, dass viele Minimalismus fast ausschließlich über die Anzahl der Gegenstände definieren. Dies finde ich entschieden zu kurz gegriffen. Ich kann aber auch verstehen, warum dies so ist.

Über den Wert einer Tätigkeit

„Mein Freunde, steh auf S & M,
Meine Freunde sind nicht grade verklemmt:
Sie bleiben tagelang Zuhaus’,
peitschen sich gegenseitig aus
und sie zerschneiden sich mit Glas.
Dürfen die das??“
Die Ärzte – Meine Freunde

Eigentlich sollte es mich als Psychologe in Ausbildung nicht weiter verwundern. Aber ich bin trotzdem immer wieder überrascht, wie leicht sich das Verhalten von Menschen vorhersagen lässt. Denn mein letzter Artikel schreit ja gradezu danach, mir zu erklären, warum das Spielen von Videospielen ja eine sowas von niedere Beschäftigung ist. Und natürlich ist dies auch geschehen.
Was aber in mir grundsätzlich die Frage aufwirft: Ist diese Art seine freie Zeit zu verbringen wirklich so verwerflich? Oder gibt es Tätigkeiten, die besonders verdienstvoll sind? Und wer bestimmt eigentlich über den Wert einer Tätigkeit?

Über den Tod und das Leben davor

Holzkreuz mit HerzVor einigen Tagen habe ich im Kino den Film „Der geilste Tag“ gesehen. Es handelt sich dabei um eine Komödie mit zwei todkranken Männern in den 30ern, die vor ihrem Tod noch ihren „geilsten Tag“ erleben wollen. Der Streifen ist trotz des ernsten Themas sehr fröhlich gehalten und hinterlässt auch eigentlich kein schlechtes Gefühl beim verlassen des Kinos.

Mich jedoch stimmt das Thema Tod immer sehr, sehr nachdenklich. So drehten sich schon während des Films meine Gedanken.
Ich denke, in unserer aktuelle Gesellschaft wird das Thema Krankheit, Streben und Tod allgemein sehr gut verdrängt. Eine Auseinandersetzung mit dem Thema findet aus meiner Sicht nur sehr begrenzt statt.
Stattdessen lassen wir uns voll von unserem Alltag einnehmen und lenken uns mit Arbeit, Freizeitstress und Konsum wunderbar ab. Und vergessen so, die richtigen Fragen zu stellen.

Was ist Überfluss?

Überfluss

by assillo/flickr.com

Der Weg hin zu einem minimalistischem Leben beginnt mit der Frage, was genau denn im eigenen Leben Überfluss, beziehungsweise überflüssig ist.

Die Unzufriedenheit mit dem eigenen Überfluss

Meist besteht schon seit längerer Zeit eine gewisse Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben. Es muss nichts tiefgreifendes sein. Schon ein zu voller und unaufgeräumter Kleiderschrank kann die Ursache sein. Denn genau in diesen sichtbaren Manifestationen wird auf klare Weise der eigene Überfluss sichtbar.
Diese sichtbaren Dinge, lassen sich meist schnell beseitigen. Ein wenig Zeit und der Wille zum Ausmisten reicht meist aus und der erste Schritt in eine Zukunft mit Weniger ist getan.

Wie viel brauche ich wirklich?

Wie viel brauche ich wirklich? Diese Frage stellen wir uns alle irgendwann einmal. Spätestens wenn unsere Wohnungen und Keller so voll werden, das es schwer ist, die Übersicht zu behalten. Dann stellt sich die Frage, was darf bleiben und was könnte weg?

Was wir wirklich brauchen

Grundsätzlich brauchen wir nicht viel materielles zum Leben. Wasser, Nahrung, ein Dach über dem Kopf, Kleidung. Das ist das Nötigste.
Was danach kommt, dass sollte jeder Mensch für sich selbst entscheiden. Oft wird Minimalisten nachgesagt, sie dürften nur 100 Teile besitzen. Aber das ist meiner Meinung nach Quatsch. Denn es lässt sich nicht an der Anzahl an Dingen messen, ob man ein einfaches Leben führt. Zuviel sollte es aber natürlich auch nicht sein.

Der Druck

Ich beschäftige mich jetzt schon seit über drei Jahren mit dem Thema Minimalismus. Und noch länger lese ich Sachbücher und Ratgeber. Ich habe viele Menschen kennengelernt, die ihr Leben ganz eigen führen und über noch viel mehr Menschen gelesen oder diese in TV-Beiträgen gesehen.
Dabei habe ich unzählige Lebenskonzepte kennengelernt. Und irgendwie sagen alle: So wie du (also „normaler“ Mensch) lebst, ist es schlecht. All diese Personen und Texte versuche mir ein alternatives Leben vorzustellen und mir damit ein glücklicheres Leben zu „verkaufen“.
Ich soll besonders gesund und vernünftig essen; mich viel mehr bewegen; so wenig wie möglich konsumieren; am besten mein Geld selbstständig verdienen; kein Auto besitzen und nicht in den Urlaub fahren; meine Zeit mit sinnvollen Dingen verbringe; Karriere machen; erfolgreich sein; eine vorbildliche Beziehung führen… Diese Liste ließe sich endlos so weiter führen. Jeder Ratgeber, jeder Blog- oder TV-Beitrag, viele Dokumentationen versuchen mir, eine entsprechende Lebensrichtung aufzuzwängen. Und zu oft widersprechen sich die Zielvorstellungen zudem noch.

Jahresliste

by  Pascal/flickr.com

by Pascal/flickr.com

So ab Mitte Dezember fange ich an, sentimental zu werden. Die freien Tage und die Feiertage tun ihr Übriges. Und dieses Jahr hat es in diesen Tagen noch eine weitere gravierende Veränderung in meinem Leben getan. Ob das nun gut oder schlecht ist, weiß ich nicht so recht, das wird die Zeit zeigen.
In diesen Tagen setze ich mich auch sehr oft hin, denke nach, schwelge in Erinnerungen (nicht nur des letzten Jahres) und schreibe einfach nur so vor mich hin.