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Türchen 7 – Das beste Minimalismus-Buch

„Doch einfacher, als mit genesender Wirtschaft dem Menschen zu schaden, wäre es vielleicht, mit geschädigter Wirtschaft als Mensch zu genesen.“

Björn Kern

 

In dem besten Buch, welches man zum Minimalismus lesen kann, kommt nicht ein einziges Mal das Wort „Minimalismus“ vor. Nicht, weil das Buch etwas so alt wäre, dass es den Begriff noch nicht gegeben hätte. Sondern deswegen, weil es viel tiefer geht, als man es mit diesem sehr beschränkten Wort benennen könnte.

Die Hörer des Minimalismus-Podcast werden schon das ein oder andere Mal mitbekommen haben, wie ich von diesem Buch schwärme. Denn es hat mich sehr beeindruckt und nachhaltig mit seiner einfachen Philosophie geprägt.

Die Rede ist natürlich von Björn Kerns „Das Beste, was wir tun können, ist nichts“*. Und wenn man erst einmal seine anfängliche innere Abwehr gegen dieses Konzept überwunden hat, wird man schnell feststellen, der Mann hat recht.

Du brauchst dieses Buch nicht lesen!

Für die jenigen, die das Buch noch nicht gelesen haben: Du brauchst es auch nicht lesen! Der Titel sagt alles aus! Ließ es nicht. Es ist besser, es nicht zu lesen!

Wieso? Aus vielen Gründen: Es werden keine Rohstoffe verschwendet. Weder für die Produktion weiterer Bücher, noch für den Transport. Auch verschwendest du keine Lebenszeit. Diese kannst du viel besser dazu nutzen, nichts zu tun. Denn das verbraucht auch keine Rohstoffe. Du musst auch nicht erst durch Arbeit Geld verdienen.

Denn nichts tun, kostet ja nichts. (Ganz nebenbei ist Arbeit, welche ja unser Wachstum fördern soll, eines der schädlichsten Dinge, die man tun kann. Zumindest das bei der Mehrzahl der Arbeitsplätze so, dass sie mehr Schaden an Umwelt und Mensch anrichten, anstatt „Wohlstand“ zu fördern. Aber das ist ein ganz anderes Thema…)

Allerdings weiß der Autor auch, dass Nichtstun verdammt schwierig ist. „Es ist nicht einfach, nichts zu tun, ohne sich dabei lächerlich zu machen. Wer etwas tut, hat das Verständnis auf seiner Seite. Wer nichts tut, leidet unter Rechtfertigungsdruck. Erst arbeitet man, heißt es, dann vergnügt man sich. Die Irrlehre sitzt tief.“

Tue Dinge, die sinnvoll sind!

Ließt man weiter, so gibt Björn Kern schnell zu, dass es ganz ohne etwas zu tun, natürlich nicht geht. Aber der Leser lernt sehr schnell, dass man zwischen sinnigen und unsinnigem Tun unterscheiden muss: „Mein märkischer Nachbar beherrscht all das, was tatsächlich wichtig ist, während ich ausschließlich mit Dingen beschäftigt bin, die absolut überflüssig sind. Er senst Gras, ich ändere die Satzstellung. Er hackt Holz, ich suche das Java-Update für mein Elsterprogramm.“ Es geht also darum, Dinge zu tun, die für das eigene Leben einen Sinn haben, die dem Überleben dienen. Und nicht auf Facebook-Likes zu verteilen oder online das neuste, aber unnütze Zeug zu kaufen…

Das Buch ist voll von Gedanken, auf die wir nie kommen würden. Einfach, weil wir es nicht beigebracht bekommen haben, unsere materielle Umwelt infrage zu stellen. Unsere oberste Aufgabe als Mitglieder unserer Gesellschaft ist der Konsum. Diese Konsumgüter müssen hergestellt aber auch bezahlt werden, was uns wiederum zu fleißigen Arbeitern werden lässt. Aber wer hinterfragt schon die Notwendigkeit von Salzstreuern, die sich via WLAN bedienen lassen, wenn diese soo schön blau leuchten??

Ein radikales Buch

Dieses Buch ist in vielen seiner Ansichten und Forderungen sehr radikal. Aber hat man erst mal verstanden, dass nicht Geld und der damit einhergehende Konsumismus, sondern zwischenmenschliche Beziehungen und freie Zeit das Wichtigste ist, was wir erreichen können, dann kann man auch Kerns Ansichten auf sich wirken und reifen lassen.

„Wir schauen nicht, was wir uns leisten können, und suchen danach unseren Lebensradius aus, sondern wir definieren unseren Radius und merken zu spät, dass wir ihn uns nicht leisten können.“

Ein so frisches und doch einfaches Buch. Aber nur für Freigeister mit freien Gedanken.

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Hier findest Du weitere Beiträge von:

Keri-Chaotic: kerichaotic.jimdo.com
Michael: www.minimalimus-leben.de

Wenn du auch einen Text zum heutigen Thema des Advendskalenders geschrieben hast, dann verlinke ihn bitte in einem Kommentar unter dem Beitrag. Ich werde deinen Post dann ebenfalls hier im Beitrag verlinken.

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