tabula rasa

Vor einigen Wochen habe ich hier über mein Sperrgut berichtet.
Das Thema hat mich auch wegen der vielen tollen Kommentare nicht losgelassen. Und so habe ich mich in der Zwischenzeit an all diese Dinge herangewagt.

Der Text zum Thema verkaufen kam nicht von ungefähr. Ich habe mich just zu diesem Zeitpunkt genau damit befasst. Alles, was nicht niet- und nagelfest war, habe ich in einer dreitägigen Hau-Ruck-Aktion auf den entsprechenden Internetportalen zum Verkauf eingestellt. Über zwei Wochen sah mich der Mitarbeiter meines bevorzugten Versandunternehmens fast täglich. Es verschwanden unter anderem ein Sessel eines bekannten Möbelhauses, viele Computerspiele und Bücher, meine Fotokameras (warum ich davon noch mehrere besaß…keine Ahnung…), Unterhaltungselektronik und mein alter Laptop.
Zudem habe ich meine Schubladen und Schränke nochmals durchforstet. Dabei ist auch viel zusammengekommen, was seinen Weg in die Verwertung gefunden hat. Allem voran eine riesiger Haufen Kabel.

Und dann ging es in den Keller. Dieser war schon immer sehr leer gewesen. Es befanden sich dort aber noch einige Kartons, kleinere Haushaltsgegenstände sowie der übliche Kleinkram. Weg damit.
Bei diesem Durchgang musst ich jedoch feststellen, dass meine Erinnerungsstücke dann doch nicht einen halben Umzugskarton ausmachen, sondern doch schon etwas mehr. Aber auch von einigen dieser Stücke habe ich mich getrennt, weil es einfach keinen Sinn mehr gemacht hätte, diese zu behalten. Eine alte Spielekonsole etwa, für die ich gar keine Spiele mehr besitze.
Nach all dieser Anstrengung bin ich immer noch nicht ganz bei Normalnull angekommen, bin aber dicht dran. Zudem gibt es da immer noch einige Dinge, die ich zwar nicht als notwendig erachte, aber bei denen es auch keinen Sinn macht, diese nur loszuwerden, damit ich Sie los bin. Prominentes Beispiel wäre da mein TV, der zwar dann leider doch etwas zu groß ist und eher wenig genutzt wird. Aber wenn, dann ist er ein eher sozialer Gegenstand den ich nutze, um mit anderen zusammen Filme zu schauen.

Alles in allem bin ich mit dieser Aktion voll zufrieden und es ist schön, langsam an dem Punkt anzukommen, der mir mittlerweile so viele Jahre im Kopf herum schwirrt.

Kennt ihr auch diese Hau-Ruck-Aktionen? Wie nach oder fern seit Ihr Eurer Wunschvorstellung?

Der Endowment-Effekt

Warum ist es eigentlich so schwer sein Hab und Gut loszulassen, wenn einem bewusst wird, dass es eigentlich gar nicht mehr benötigt wird?
Eine Antwort auf diese Frage hat der Wirtschaftswissenschaftler Richard Thaler bereits im Jahr 1980 gefunden, den Endowment-Effekt.
Der Endowment-Effekt, auch bekannt unter dem Namen Besitztumseffekt beschreibt, dass wir Menschen (Erwachsene wie Kleinkinder, aber auch Affen) den Wert eines Gegenstandes falsch einschätzen. Denn einem Gegenstand, der sich in unserem Besitz befindet, schreiben wir einen höheren Wert zu, als er objektiv ist.
Diese Erfahrung mache ich immer wieder, wenn ich Dinge loslassen möchte. Ein klassische Beispiel war meine DVD-Sammlung, für die ich pro DVD vielleicht noch einen oder zwei Euro bekommen habe. Das der Kaufwert höher war, ist logisch, aber der ideelle Wert der einzelne Scheiben war für mich ein ganz anderer.
Zusammengefasst: Wenn wir uns also mit dem loslassen von Gegenständen befassen, fällt demnach unsere Bereitschaft geringer aus, einen Gegenstand wirklich auch abzugeben (willingness to accept), weil dessen Wert für uns höher schein, als er es in Wirklichkeit ist.
Dieser Sachverhalt lässt sich aber auch umkehren. So kann unsere Bereitschaft etwas zu erstehen geringer sein, als der tatsächliche Wert (willingnes to pay). Deswegen ist alles immer viel zu teuer.

Spannend finde ich aber in diesem Zusammenhang die Erkenntnisse einer im August 2013 veröffentlichten Studie, welche besagt, dass dieser Effekt kein Grundsatz menschlicher Natur zu sein scheint.
Durch eine Untersuchung der sozialen Netzwerke des Volksstammes der Hadza aus Tansania, wurde gezeigt, dass Mitglieder, welche wenig Kontakte zu Menschen außerhalb ihres Stammes pflegen, eher bereit sind persönliche Gegenstände gegen einen Gleichwertigen zu tauschen; nämlich zu etwa 50%. Mitglieder, die mehr Kontakte nach außen besitzen, halten eher an Ihren Dingen fest und tauschen diese nur zu 25%.
Demnach scheint dieser Effekt nicht in der menschlichen Natur zu liegen, sondern sich auf kulturellen und zwischenmenschlichen Gepflogenheiten heraus zu entwickeln.

Quellen:
(1) „Evolutionary Origins of the Endowment Effect: Evidence from Hunter-Gatherers“ von Apicella, Azevedo, Fowler, Christakis
(2) Wikipedia: „Endowment-Effekt“

gelesen: “Freundschaft lebendig gestalten” von Thomas Hax-Schoppenhaus

Freundschaften sind eines der wichtigsten Punkte für ein gutes Leben. Freunde teilen, unterstützen, hören zu, geben Ratschläge, trösten und tun viele Dinge mehr. Und das alles ohne Hintergedanken oder eine Gegenleistung zu erwarten. Zumindest macht dies eine gute und ausgeglichene Freundschaft aus.

Bereits vor einiger Zeit bin ich mal auf die psychologischen und sozialpädagogischen Theorien zum Thema Freundschaft gestoßen, habe mich aber bis jetzt nicht näher damit beschäftigt. Als Einstieg in das Thema eignet sich das Buch “Freundschaft lebendig gestalten” von Thomas Hax-Schoppenhaus sehr gut. Es ließt sich gut, gibt einen weiten Überblick darüber, was Freundschaft eigentlich ist, wie eine gute Freundschaft gelingen kann und welche Fallstricke es gibt. Illustriert wird dies alles durch viele anschauliche Beispiele.

Wer sich also näher mit dem Thema Freundschaften beschäftigen mag, findet hier einen guten und verständlichen Einstieg ins Thema.

Falls jemand Interesse an diesem Buch haben sollte, kann er sich gerne bei mir melden.

Das Fotoproblem

„Oh man… Das Fotoproblem.“ dachte ich mir, als ich eben den Artikel von Pia zum Umgang mit der digitalen Bilderflut gelesen habe. Ein Thema, um das ich auch schon viel zu lange herumtanze.
Ja, ich habe viel zu viele Gigabyte an Fotos auf meiner Festplatte und ahne, dass mir nun ein Bruchteil davon wirklich wichtig wäre.
Eine Frage stelle ich mir zu diesem Thema schon seit Jahren. Was ist wichtiger: der verbrauchte Platz auf der Festplatte oder die eigentliche Anzahl der Bilder?
Für mich ist eher der Plattenplatz entscheidend, was wiederum dafür sprechen würde, die Auflösung der Bilder herunter zu schrauben. Denn wie viele Megapixel braucht ein digitales Bild denn? Meine DSLR, die ich in der vergangenen Woche verkauft habe, machte Bilder von 15MP und ein Bild wog ca. 6MB. Und dabei nutze ich schon bei der Aufnahme das verlustbehaftete JPEG-Format und nicht die Raw-Bilder.
Zudem habe ich vor einiger Zeit meine Bilder auf 5MP herunter gerechnet, gepackt, verschlüsselt und diese auf einen Internetspeicher mit 25GB Volumen hochgeladen. Hat etwas gedauert, aber nun sind die Bilder, es ist das 2 Offsidebackup, wirklich sicher. Und wenn ich ehrlich bin, braucht es auch keine Bilder die eine Auflösung von 8MP überschreiten, oder?
Diesen Schritt traue ich mich mit meinen Originalen aber doch nicht. Warum kann ich mir nicht logisch erklären.
Aber wenigsten bin ich mein Spiegelreflexmonster los. Zu schwer, zu groß, zu unhandlich. Abgesehen von meinem Handy bin ich derzeit, seit 2001 das erste Mal kameralos. Das soll sich zur nächsten Gelegenheit, in der ich gerne eine Kamera dabei haben möchte, ändern. Bis dahin kann ich noch viel Zeit mit Nachsinnen über dieses Thema verbringen…

Wie organisiert Ihr Eure digitalen Bilder? Wie groß (Auflösung und Größe) sind Eure Schnappschüsse? Wie bzw. wo bewahrt Ihr diese auf und sichert sie? Und welche Art von Digitalkamera könnt Ihr empfehlen?

gelesen: Die Kunst des Liebens

Heute möchte ich ein ganz besonderes Buch vorstellen. Es ist nach „Haben oder Sein“* und „Vom Haben zum Sein“* das dritte Buch, welches ich von Erich Fromm gelesen habe und ich muss sagen, dass ich ziemlich begeistert bin. Ich reden von „Die Kunst des Liebens“*.

Das Buch unterteilt sich in zwei Teile, der Theorie und der Praxis der Liebe.

Im theoretischen Teil beschreibt Fromm das, was er die Kunst der Liebe nennt, welche sich so ziemlich von unserem gängigen Verständnis der Liebe unterscheidet. Seine Grundthese, ganz klar durch die psychoanalytische Denkweise geprägt, ist die, dass der Mensch mit der Geburt von seiner Mutter getrennt wurde und seit diesem Zeitpunkt von einer tiefsitzenden Einsamkeit geprägt ist. Diese Getrenntheit versucht er, durch die „Wiedervereinigung durch die Liebe“ aufzuheben. Hierzu werden einige Wege beschrieben.
Weiter geht Fromm auf die Voraussetzungen für die Kunst des Liebens ein: Fürsorge, Verantwortungsgefühl, Achtung und Erkenntnis.
Ferner werden die „Objekte der Liebe“, Nächstenliebe, Mütterliche (als auch Väterliche) Liebe, die erotische Liebe, die Selbstliebe und die Liebe zu Gott (sowie atheistische Formen) ausführlich beschrieben.

Im zweiten Teil, der „Praxis der Liebe“, versucht Fromm, entgegen der Erwartung des Lesers nach einer „praktischen Anleitung“ auf die Möglichkeiten einzugehen, um die Kunst des Liebens, wie er sie versteht, zu erlernen.

Zum Schluss möchte ich einen kleinen Auszug zitieren, der auch gut zu den anderen Gedanken in meinem Blog passt:

Unsere Zivilisation verfügt über viele Betäubungsmittel, die Leuten helfen, sich ihres Alleinseins nicht bewusst zu werden: Da ist vor allem die strenge Routine der bürokratischen, mechanischen Arbeit, die verhindern hilft, daß sich die Menschen ihres tiefsten Bedürfnisses, das Verlangen nach Transzendenz und Einheit, bewußt werden. Da die Arbeitsroutine hierzu nicht ausreicht, überwindet der Mensch seine unbewusste Verzweiflung durch die Routine des Vergnügens, durch den passiven Konsum von Tönen und Bildern, wie sie ihm die Vergnügungsindustrie bietet; außerdem durch die Befriedigung, ständig neue Dinge zu kaufen und diese bald wieder gegen andere auszuwechseln. Der moderne Mensch kommt tatsächlich dem Bild nahe, das Aldous Huxley in seinem Roman Brave New World beschreibt: Er ist gut genährt, gut gekleidet und sexuell befriedigt,aber ohne Selbst und steht nur in einem höchst oberflächlichen Kontakt zu seinen Mitmenschen.“

Ein äußerst lesenwertes Buch und Pflichtlektüre!

Verkaufen

Heute möchte ich die von mir genutzten Wege beschreiben, um meine gebrauchten Gegenstände noch zu Geld zu machen. Ich versuche die einzelnen Methoden so gut wie möglich nach dem Aufwand zu sortieren und möchte mich auch auf die gängigsten Methoden beschränken:

Kleinanzeigen
Eine Kleinanzeige auf den vielen verfügbaren Internetseiten zu schalten ist relativ einfach. Ein Bild und ein Text, sowie die Preisvorstellung reichen meistens aus.
Der größere Aufwand sind aber die vielen Mails die auf die Anzeige einprasseln. Grade bei elektronischen Geräten bekomme ich schnell in sehr schlechtem deutsch verfasste und sämtliche Rechtschreibung ignorierende Nachrichten, in denen alles versucht wird, einen über den Tisch zu ziehen. Dabei ist die häufigste Frage “Was sein letzta Prais?”. Somit verbietet es sich auch in der Kleinanzeige seine Rufnummer anzugeben.
Zusätzlich kommen auch immer häufiger Tauschanfragen, die aber ebenfalls oft keine ernstzunehmenden Anfragen sind.
Wenn ich erkennen kann, dass die Anfrage ernst gemeint ist, was schwieriger ist, als man meint, werden entweder per Mail oder Telefon einige Fragen beantwortet und ein Termin zur Übergabe gemacht. Hierbei empfiehlt es sich, nicht unbedingt wegen der Übergabe Termine zu verlegen, weil es doch recht häufig vorkommt, dass die Interessenten ohne vorheriges Abmelden, einfach nicht erscheinen.
Warum tut man sich denn diesen ganzen Aufwand überhaupt an?
Im Grund eignen sich Kleinanzeigen vor allem im regionalen Umfeld bei Möbeln und anderen großen, aber auch teuren Gegenständen, bei denen ein Versand zu teuer ist. Bei diesen Gegenständen sind auch die Käufer nicht soo schwierig. Aber vor allem kosten diese Kleinanzeigen weder Einstellgebühren noch Verkaufsprovisionen. Und so lässt sich, mit dem höchsten Aufwand, der beste Preis erzielen. Zudem entfällt das Verpacken und das verschicken, was Zeit in Anspruch nimmt.
Vorteile: hoher Verkaufspreis, keine Gebühren
Nachteile: hoher Kommunikationsaufwand, Ungewissheit, ob Gegenstand überhaupt verkauft wird, ggfls. lange Verkaufsdauer

Internetauktionen
Bei einer Internetauktion ist der Einstellaufwand höher, es wird meist ein guter Preis erziehlt (wenn die Auktion nicht grade an einem Wochentag um 2:30 Uhr ausläuft). Der Kommunikationsaufwand ist vergleichsweise gering. Schön ist auch, dass man meist sichergehen kann, dass der Artikel auch nach Ablauf des eingestellten Auktionszeitraums verkauft ist. Es bleibt aber ein Risiko bei dem Verkaufspreis. Mal hat man Glück, mal Pech, mal springt mehr, mal weniger Geld bei heraus.
Daneben behalte ich immer die zu erwartenden Kosten im Auge. Einstell- und Verkaufsgebühren lassen sich mit einem der zahlreichen Gebührenrechner errechnen und so gut einschätzen. Diese sollten gedanklich, neben den Versandkosten, vom Verkaufspreis abgezogen werden, um die wirklichen Einnahmen zu errechnen.
Vorteile: meist garantierter Verkauf nach Auktionsende, durchschnittlicher Verkaufspreis ist angemessen
Nachteile: Gebühren, ungewisser Verkaufspreis

Amazon-Marketplace
Auch über den großen Internetversandhändler Amazon lassen sich gebrauchte Gegenstände verkaufen. Für das Einstellen wird eigentlich nur die entsprechende Artikelnummer eingegeben und ein Preis festgelegt. Und schon wird der Artikel zum Verkauf angeboten.
Ob und wann es zu einen Verkauf ist ungewiss. Aber wenn man selbst den günstigsten Preis anbietet, sind die Artikel oft schnell verkauft. Allerdings sollten immer die Gebühren im Auge behalten werden, da diese den Spaß an dem eingenommenen Geld schmälern können. Dafür wird schon beim Einstellen angezeigt, was nach Abzug der Gebühren abgezogen wird. Der Verkaufspreis fällt grade bei Medien oft höher aus, als bei einer Auktion, vor allem bei älteren Medien.
Interessant ist aber auch, dass TradeIn-Händler immer versuchen den günstigsten Preis um einen Cent zu unterbieten. So kann es schon mal etwas länger dauern, bis der Gegenstand verkauft wird.
Es sollte auch beachtet werden, dass das eingenommene Geld nicht sofort, sondern erst nach einige Wochen auf das eigene Konto ausgezahlt wird.
Vorteile: wenig Einstellaufwand, bei günstigstem Preis oft schnell verkauft, bei älteren Medien wesentlich besserer Verkaufspreis als bei Auktionen, Medien ab 18 können hier verkauft werden
Nachteile: recht hohe Gebühren, ungewisser Verkaufszeitpunkt, verzögerte Auszahlung

TradeIn-Händler
Wenn man aber Wert auf möglichst wenig Aufwand und seine Sachen sofort los sein will, kann man diese bei den vielen TradeIn-Händlern verkauften. Am besten auf der Seite werzahltmehr.de die entsprechende Artikelnummer eingeben und sich den besten Verkaufspreis raussuchen. Nach der Anmeldung, der Eingabe sämtlicher Nummern und einer Einschätzung des jeweiligen Artikelzustandes, erhält man den ungefähren Verkaufspreis. Ungefähr, weil sich die Anbieter sich vorbehalten, je nach Zustand, später noch kleine Beträge abzuziehen. Alle zu verkaufenden Gegenstände werden nun verpackt und oft kostenlos an den Händler geschickt.
Einige Tage später erhält man die Nachricht, dass alles angekommen sowie geprüft worden ist und welchen endgültigen Preis man ausgezahlt bekommt, wenn man den Verkauf zustimmt. Das Geld ist einige Tage später auf dem Konto.
Hier bekommt man mit den geringsten Aufwand einen niedrigen Preis für seine Gegenstände.
Vorteile: schneller Verkauf, wenig Aufwand
Nachteile: geringer Verkaufspreis

Dies sind die von mir bekannten und genutzten Wege, um für meinen alten Krempel noch etwas Geld zu bekommen. Ich bevorzuge im Moment den mittleren Weg. Oft habe ich aber auch den selben Artikeln in einer Kleinanzeige und bei Amazon eingestellt.

Auf welchem Weg lässt Du Deine gebrauchten Gegenstände los um noch etwas Geld dafür zu bekommen? Wie sind Deine Erfahrungen?

verkaufen oder verschenken?

Wie bereits in meinem letzten Beitrag angekündigt, möchte ich in diesem und in den folgenden Texten, einen kleinen Überblick über die vielfältigen Möglichkeiten bieten, wie ich Gegenstände aus dem eigenen Leben loswerde.

In den letzten Jahren habe ich dabei herausgefunden, dass man sich zuerst selbst klar werden muss, wie viel Aufwand betrieben werden soll.
Ein entsprechender Gegenstand kann meist schnell und ohne viel Aufwand, dafür aber oft ohne oder mit wenig Gewinn abgegeben werden. Liegt der Fokus eher auf einem besonders hohen finanziellen Gewinn, so steigt der Aufwand und oft auch die aufzubringende Zeit.

Vorweg möchte ich aber noch einige Worte über den zu erwartenden Gewinn verlieren. Ich vertrete die Position, dass ich beim Kauf eines Gegenstandes meine Arbeitsleistung, umgewandelt in Form von Geld, eingetauscht habe. Wenn es sich finanziell lohnt und ich keine sinnvollere Möglichkeit finde, versuche ich mit möglichst wenig Aufwand einen guten Preis zu erzielen.

Die eigene Vorstellung, was ein Gegenstand noch wert ist, unterschätze ich dabei aber immer wieder. Hier habe ich eine gute Möglichkeit gefunden, den ungefähren Wert ganz einfach zu ermitteln. Nämlich über die ebay-Suche:
Ich suche nach dem zu verkaufenden Gegenstand über die erweitere Suchmaske auf der ebay-Webseite. Dabei schränke ich die Suche auf “Verkaufte Artikel” und das Angebotsformat “Auktionen” ein. Und schon spuckt mir die Suche die zuletzt verkauften Artikel sowie den erzielten Verkaufspreis aus. Dieser schwankt natürlich von Auktion zu Auktion, aber im Mittel bekomme ich so einen sehr realistischen Überblick darüber, was ich für den loszuwerdenden Gegenstand noch erhalten könnte.

Nachdem ich nun weiß, was ich erwarten kann, stellt sich mir nur noch die Frage, ob sich der Aufwand eines Verkaufes überhaupt lohnt. Es gibt Dinge, grade viele Bücher und andere Medien, aber auch kleine oder gebrauche Haushaltsgegenstände, für die man entweder sehr wenig oder nur mit Glück noch etwas verlangen kann. Wenn dann noch Verkaufsgebühren die Bilanz weiter verschlechtern, mache ich mir erst gar nicht mehr den Aufwand, die Sache zu verkaufen.
Es kann auch sein, dass ich viel mehr “Gewinn” durch das Verschenken einer Sache mache. Dieser Gewinn besteht dann nicht aus Geld, sondern dem positivem Gefühl etwas Gutes getan zu haben oder einer Person, vielleicht sogar jemand Unbekanntem, eine Freude bereitet zu haben. Beispielsweise habe ich einmal einem kleinen Jungen, der mit seinem Vater wegen einer Computermaus vorbei kam, diese geschenkt, anstatt die verlangten paar Euros anzunehmen. Dies gab mir mehr, als das bisschen Geld in der Tasche.
Dies ist aber auch oft eine sehr persönliche Entscheidung, in die auch der finanzielle Hintergrund eine Rolle spielt.

Im nächsten Text werde ich mich ausführlich mit den von mir genutzten Wegen beschäftigen, wie ich mein “altes Zeug” noch zu Geld mache. In einen zweiten Text möchte ich dann einige Wege aufzeigen, wie Gegenstände kostenlos abgegeben werden können.
Über den Entscheidungsprozess, was genau ich loswerden möchte, werde ich dann nochmal gesondert etwas schreiben. Hätte nicht gedacht, dass sich das dieses Thema doch so umfangreich ist.

Sperrgut

Seit über zwei Jahren verkleinere ich mich nun regelmäßig. Und wie das nun mal so ist, habe auch ich mit den kleinen Dingen angefangen. Das Meiste ist schon lange aus meinem Leben verschwunden. Und die Dinge, die noch da sind, sind groß.
Mit groß meine ich nicht unbedingt die reine Größe, sondern auch das Gewicht, den finanziellen Wert sowie auch den ganz persönlichen Wert der einzelnen Gegenstände. Es wird immer schwieriger diese Dinge loszuwerden, sei es logistisch oder mental.
In meinem Fall sind es beispielsweise Möbel, die ich einfach nicht loskriege, die aber auch nicht auf den Sperrmüll werfen möchte. Oder es sind teurer Gegenstände, wie ein altes Notebook. Grade bei elektronischen Geräten habe ich immer eine leichte Hemmung, diese zu verkaufen, weil der Aufwand und der evtl. mit dem Verkauf verbundene Ärger (Versandverluste oder Unstimmigkeiten), im Vergleich zum meisten Kleinvieh, viel höher ist.
Aber auch wenn die Überwindung groß ist, so habe ich mir aktuell die Zeit genommen und mich an genau diese Sachen heran gewagt.

Etwa die Hälfte meines “Sperrguts” bin ich bereits losgeworden. Dies restlichen stehen noch aus. Das Schöne ist, dass vieles noch richtig viel Geld abwirft, wenn auch meist nicht so viel, wie ich es mir wünschen würde. Doch das freie Gefühl, welches sich nach jedem abgegebenem Teil einstellt, ist wunderbar. Auch wenn es mir langsam etwas peinlich wird, fast jeden Tag bei den Versandshop meines Vertrauens neue Pakete auszugeben.

Da ich mich jetzt wieder intensiver mit dem Verkauf und anderen Wegen des Loslassens von Gegenständen beschäftigt habe, werde ich hier in den nächsten Tagen eine kleine Zusammenfassung meiner Strategien einstellen.

Wie werdet Ihr Euer Zeug los? Verkaufen, Verschenken und Spenden? Oder entsorgen? Wo ist für Euch die Grenze zwischen Aufwand und den eventuellen Gewinn?

DIY: Laptopständer

In der letzten Zeit denke ich öfters über meinen Medienkonsum nach und suche nach Möglichkeiten, diesen zu verringern. Mit Medien meine ich jetzt nicht nur Fernsehen, Internet oder Games, sondern auch Hörbücher, Podcast und Blogs sowie Bücher im Allgemeinen. Denn irgendwie werden die Sachen, die ich lesen und hören möchte nicht weniger sondern mehr.
Einer der Auswege, die ich für mich gefunden habe, ist ein einfacher und bekannter Leitsatz:

Produzieren statt konsumieren.

So habe ich in den letzten Wochen und Monaten überlegt, was ich denn so produzieren könnte. Wie auf Twitter bereits mal erwähnt, halfen mir DIY-Bücher nicht wirklich weiter. Die dort beschrieben Dinge, sind für mich irgendwie nicht kompatibel. Darunter sind Tätigkeiten wie das Herstellen von Kleidung und Accessoires, Dekoartieln oder das Ziehen von Kräutern und Gemüse. Grade den letzten Punkt finde ich zwar wunderbar, aber leider bin ich kein großer Gemüseesser und das was ich Anbauen möchte (Waldmeister), ist draußen besser aufgehoben und erfordert keiner Pflege. Die anderen Tätigkeiten weckten in mir keine große Anziehungskraft. Vielleicht mag dies an einem zum Teil fehlendenden Chromosom liegen. I don’t know.

Für mich hat sich eine andere Methode bewährt: Ich schaue mir einfach an, was ich kaufen möchte und überlege, ob ich dies nicht vielleicht auch selbst herstellen kann.
Am Anfang hatte ich aber keine Ideen oder ich habe einfach nicht an meinen Vorsatz gedacht. Irgendwann aber kam mir einige Ideen und so habe ich mich dann auch schon an einige Projekte gewagt.

Das Erste möchte ich hier heute einmal kurz vorstellen. Da ich einen Tastaturfetisch habe, der mich dazu zwingt immer mal wieder Texte auf eine anderen Tastatur zu schreiben, wollte ich einen kleinen Ständer für meinen Laptop haben. Ich war schon in einschlägigen Internetkaufhäusern nach einem solchem Produkt am suchen bis mir auffiel: Eigentlich kannste das auch selber bauen. Und da ich zu diesem Zeitpunkt Zugang zu einer benötigten Säge hatte und ich eh schon immer etwas mit Holz arbeiten wollte, grübelte ich kurz über die Ausführung nach und machte mich auch schnell ans Werk.

LaptopständerKeine Stunde Arbeit steckt in diesem kleinen Laptopständer. Das Holz habe ich mir aus Resten zusammengesucht. Ansonsten benötigte ich nur noch vier Schrauben. Mehr nicht.

Während dieser kleinen Arbeit kam mir schon die Idee zu einem nächsten Projekt, was ich hier in den nächsten Wochen vorstellen werde.

Stellt Ihr etwas selbst her? Seit Ihr DIY-Fans? Oder könnt Ihr damit gar nicht anfangen?

Autolos

BahnEs ist nun fast einen Monat her, dass ich mein Auto geplanterweise abgegeben habe. Seitdem bin ich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Und bisher empfinde ich es mehr als Gewinn, denn als Verlust.Mein Leben hat sich natürlich durch diese Veränderung mehr oder weniger stark verändert. Ich bin viel länger unterwegs. Das könnte und wird oft als Nachteil ausgelegt, aber ich empfinde es eher als neutral. Natürlich ärgert es mich, wenn ich auf einen verspäteten Bus warten muss, jedoch gibt es so viel Zeit für andere Dinge. Seit dem verganenen Monat höre ich wieder mehr Musik und kann während der Fahrzeiten abschalten. Auch lesen ist eine gute Methode um die Zeit sinnvoll zu nutzen. Dabei kann es sich um Sachbücher, Romane oder die vielen Blogartikel im Reader handeln, je nach Lust und Laune.
Ein weiterer Punkt ist die Kommunikation. So ein Ticket hat mich bisher in viele Situationen gebracht, die sonst nicht eingetreten wäre. Sei es, dass ich in den letzten Wochen einen Teil der Strecke von einer lieben Person mitgenommen wurde und so mein Ziel etwas eher ereicht habt. So kam ich mit diesem Menschen, den ich vorher nur eher flüchtig kannte, ins Gespräch und wir lernten uns besser kennen. Währe ich mit dem eigenen Auto unterwegs gewesen, hätten sich unsere Weg so wohl nicht gekreuzt. Es schafft aber auch den Freiraum, sich miteinander intensiver zu unterhalten. Vor einigen Wochen bekam ich Besuch und fuhr viel mit den Öffentlichen durch das ganze Ruhrgebiet. Die Fahr- und Wartezeiten konnten für die vielen Gepräche genutzt werden.
Natürlich ist das Bus- und Bahnfahren auch anstrengen. Mal eben zur Bushaltestelle gerannt, weil ich spät dran war. Oder einfach das Rad in die Bahn geschoben, um so am Zielort flexibler oder mobiler zu sein. So konnte ich letzenendes meine Radius vergrößern und mit den Rad im Schlepptau, mal eben, nach Haltern fahren, um dort die Haard erradeln. Ins Auto hätte ich mein Rad nie reingezwängt. Aber auch die Fahrten, die so mit dem Rad zurückgelegt wurden, weil der ÖPNV einfach keine vernünftigen Fahrzeiten bot oder es einfach unsinnig gewesen wäre, die Wartezeiten in Kauf zu nehmen, beschönigen die Bilanz.

3Selbstverständlich gibt es auch unangenehmere Seiten: Zu warme Busse (aber nicht in jedem Auto gibt es eine Klimaanlage), die Wartezeiten (-> Stau) oder die Witterungsverhältnisse (irgendwann muss man auch mal aus dem Auto raus) trüben das Bild etwas. Das einzige, was ich als wirklichen Nachteil empfinde, ist die Tatsache, dass es für mich nun fast unmöglich ist, Mineralwasser in Glasflaschen nach Hause zu bewegen. Dieses Problem konnte ich aber durch meine lieben Twitterfollower und einen Wassersprudler beheben.
Ein wichtiger Punkt sollte aber nicht unerwähnt bleiben. Dieses „Experiment“ führe ich freiwillig durch. Es ist keine Notlage, die mich dazu zwingt, auf ein Auto zu verzichten. Und das macht die ganze Sache doch wesentlich entspannter. Zwar sehe ich derzeit absolut keine Notwendigkeit, mir ein Auto anzuschaffen. Aber irgendwas wird sich das auch bestimmt wieder drehen. Und dann ist es halt so…

Ich persönlich empfinde das Ticket als Zugewinn. Ich bin öfter und länger unterwegs als mit dem Auto, bei dem ich mir immer wieder Gedanken um den Spritverbrauch gemacht hatte. Die Kosten sind, für den Radius, überschaubar, ich habe mehr Zeit für mich und ich bewege mich im Alltag viel mehr als vorher. Demnach bin ich mit der aktuellen Situation mehr als zufrieden.

Wie siehst Du auf ein autoloses Leben? Oder besitzt du schon seit Jahren keines mehr? Wie geht es Dir mit einem Leben mit oder ohne Auto?