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Ist es mir meine Zeit wert?

Eine meine größten Baustellen und das schon über Jahre ist meine Überforderung, was den allgemeinen Medienkonsum angeht. Dies habe ich auch im Blog immer wieder beschrieben. Ich weiß oft nicht wirklich, wo mir der Kopf steht, weil all die Medien einfach zu viel werden. Gerne würde ich alles Lesen, Sehen oder Hören, was mich interessiert. Und das ist eine ganze Menge.
Schon oft habe ich mich an Lösungen versucht, bin dann aber doch immer wieder gescheitert. Mit der Zeit wuchsen die (Warte-)Listen immer weiter an. Und trotzdem bin ich weiterhin auf der Suche nach Abhilfe.

Es sich leisten können

Viele schnelle Käufe werden unüberlegt getätig. Darauf zielt Werbung im Allgemeinen und das Verpackungsdesign im Kaufhaus im Speziellen ab. Wir sollen zum Kauf verführt werden. Soweit nichts wirklich neues.
In den letzten Woche ist mir, unterwegs in den Einkaufsstraßen mit ihren vielen Geschäften, immer wieder eine Phrase durch den Kopf gesprungen, die zentral für einen Spontankauf ist.

Streckung des Genuss

Ich weiß leider nicht mehr genau wo ich über diesen Gedanken gestoßen bin, aber er hat mich zum Nachdenken gebracht. Ich glaube, es war in einem Podcast und er stammt von Niko Paech.

Es ging darum, den Genuss an, mit oder durch etwas zu strecken, indem man sein Bedürfnis danach nicht sofort befriedigt, sondern die Befriedigung auf- und herausschiebt.

End of Life

„End of life“ bezeichnet im Computerbereich das Ende des Lebenszyklus eines Produktes. Damit ist nicht gemeint, dass das Produkt nicht mehr funktioniert, sondern meist nur, dass es nicht mehr produziert und vom Hersteller weiter unterstützt wird.
In den letzten Jahren ist die Zeitspanne bis zum Ende eines Produktlebens immer kürzer geworden. Beispielsweise werden Mobiltelefone oft schon nicht einmal mehr während der Garantiephase von zwei Jahren mit Sicherheitsupdates des Betriebssystems versorgt. Und kaum jemanden scheint dies zu stören…

DIY: Laptopständer

In der letzten Zeit denke ich öfters über meinen Medienkonsum nach und suche nach Möglichkeiten, diesen zu verringern. Mit Medien meine ich jetzt nicht nur Fernsehen, Internet oder Games, sondern auch Hörbücher, Podcast und Blogs sowie Bücher im Allgemeinen. Denn irgendwie werden die Sachen, die ich lesen und hören möchte nicht weniger sondern mehr.
Einer der Auswege, die ich für mich gefunden habe, ist ein einfacher und bekannter Leitsatz:

Produzieren statt konsumieren.

share

Wer mir auf Twitter folgt, wird es bereits mitbekommen haben: Ich bin nun autolos. Und ich finde es keineswegs schlimm. Vielleicht bleibt dies in den nächsten Woche so, vielleicht ändert sich diese Einstellung auch wieder. Ich werd’s sehen.
Eines der schönen Dinge ohne Auto kann die Wartezeit auf die Bahn oder den Bus sein. Besonders gerne vertrödle ich die Wartezeit in Bahnhofsbuchhandlungen. Einfach durch die Gänge streifen, die Auslagen anschauen und die Regale mit den vielen verschiedenen Zeitschriften sichten. Und manchmal finde ich dabei etwas interessantes. So auch heute, am ersten autolosen Tag am Essener Hauptbahnhof.
„Share – gut leben, gutes tun“ heißt mein Fund. Es handelt sich dabei um eine Zeitschrift, die sich dem Thema „share economy“ in all seinen Facetten beschäftigt. Im Magazin finden sich Artikel über Car- und Foodsharing, Crowdfunding, Tauschparties, Airbnb  und Couchsufring, aber auch skurrileres wie Dog-Sharing oder Polyamorie. Interessant ist auch, dass das Heft eine Produktion der Burda Journalistenschule ist.
Für uns Minimalisten all die Themen nichts wirklich neues. Aber spannend finde ich es schon, dass sich daraus eine ganze Zeitschrift kreieren lässt. Zudem finden sich relativ wenig Anzeigen im Heft. Jedoch finde ich das Produktplacement, grade im Modeteil, etwas übertrieben.
Für 3,90€ kann getrost zugegriffen werden. Um dem Thema aber gerecht zu werden, möchte ich das Heft nach der Lektüre mit Euch teilen. Vielleicht ist es ja auch möglich eine „Postkette“ hinzubekommen. Wer das Heft zugeschickt bekommen möchte, schreibt mir einfach ein Mail.

Preis der Freiheit

Vor kurzem bin ich in Netz auf die Doku “Preis der Freiheit” gestoßen, welche im Rahmen der Themenwoche “Meer der Möglichkeiten” am 10.06.2013 ausgestrahlt wurde.
Viele Worte möchte ich dazu nicht verlieren, damit sich jeder seine eigenen Gedanken zum Thema machen kann. Ich finde nur, dass diese Dokumentation den Nagel auf den Kopf trifft.

Derzeit kann die Doku noch in der 3sat-Mediathek abgerufen werden. Eine Beschreibung ist hier zu finden.

das Buch-Paradoxon

Am vergangenen Samstag bin ich mal wieder ganz klassisch in eine kleine Buchhandlung gegangen und habe mir ein Buch gekauft. Einfach so, weil mir das Cover sowie der Klappentext gefallen hat und ohne im Netz Bewertungen oder wen Wiederverkaufswert zu ermitteln. So bin ich auf dem Rückweg auf ein erstaunliches Paradoxon gestoßen.

Wie bemisst sich der Wert eines Buchs? Durch den Inhalt? Durch die persönliche Relevanz? Durch die Gestaltung? Durch die Physikalität?
Im Grunde geht es ja um den Inhalt, weswegen ich zu einem Buch greife. Ich werde, durch das Cover, die Bewertungen und die persönliche oder computergenerierte Empfehlung darauf aufmerksam und interessiere mich für dieses Buch. Ist nun noch der Preis, in Form von Geld und/oder Zeitaufwand für das Lesen gerechtfertigt, dann greife ich zu. Ich zahle also beispielsweise 10 Euro für den Konsum des geschriebenen Werkes.

Auswege

Wie können nun die Auswege aus dem süßen Dilemma von kurzweilig interessanten Zeitdieben und all den Konsumwünschen sein?

Distanz schafft Freiheit
„Aus den Augen, aus dem Sinn“ scheint hier als erster Schritt die einfachste Möglichkeit zu sein. Soll heißen, die Konsumzugänge erkennen, beschränken oder komplett abschaffen.
Seitdem ich mein Abo bei einer Onlinevideothek gekündigt habe, weiß ich nicht mehr, welche Filme oder Serien derzeit veröffentlicht wurden. Somit natürlich auch nicht, welche ich „unbedingt sehen muss“. Ein weiteres Beispiel: Kurz nachdem ich aufgehört habe diverse Podcasts zu hören, schwand bei mir das Interesse an vielen der erwähnten Produkte. Dadurch, dass ich mich seltener mit diesen Produkten beschäftige, sinken mein Interesse und der Konsumwunsch.
Auch der Zugang zu digitalen Gütern wie Apps hat stark nachgelassen, seit ich nicht mehr weiß, was es Neues gibt und ich den Zugang nicht mehr habe, weil ich keine dieser Konsumgeräte mehr besitze. Distanz zwischen sich und den Verursachern zu bringen also weniger Ablenkungen.
Der mit Sicherheit schwierigste Schritt der letzten Wochen war die Trennung von meinem Smartphone. Zu meinen Erfahrungen hierzu möchte ich gesondert eingehen.

die Ablenkungen erkennen

Keine Zeit. Schnell immer die nächste Sache planen, machen wollen. Zu viel zu lesen, sehen, hören, spielen…

Wenn ich unser Heute mit dem Gestern vergleiche, fällt mir eines sofort ins Auge: Heute treffen viel mehr Ablenkungen auf uns ein, als es noch vor vielleicht 10 Jahren waren. Das einfache Handy, damals bei weitem noch nicht so allgegenwärtig, wurde gegen Smartphones ausgetauscht, die heute ständig mit dem Internet verbunden sind. Die Fernseher und Monitore sind um einiges größer geworden, die Rechner schneller. Aus langsamen, weil analogen Kameras wurden digitale Apparate, die viel mehr Bilder in viel kürzerer Zeit aufnehmen können. Und neue Konsumkategorien wurden erfunden, wie das digitale Buch oder die allgegenwärtigen Apps.