Konsum, Minimalismus
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Türchen 3 – Erst ausgemistet, dann wieder gekauft?

Eines der größten Ängste beim Ausmisten ist für sehr viel Menschen der Gedanken, dass man etwas loslässt, was man später vielleicht ja noch einmal würde gebrauchen können. Mir ging es damals, als ich mit dem Ausmisten angefangen habe nicht anders.

Schnell merkte ich, dass sich das Ausmisten bei dem meisten Menschen in Wellen bewegt. Denn kaum jemand kann beim ersten Durchgehen seines Besitzes wirklich entscheiden, was wirklich noch notwendig ist und was nicht.

Vor allem ändert sich beim Prozess des Minimalisierens auch die eigene Sicht auf und die Bewertung seiner Besitztümer. So habe ich vor kurzem mein Bügeleisen samt Bügelbrett verschenkt. Es gab mal eine Zeit, in der brauchte ich dieses Gerät fast täglich. Aber kürzlich habe ich festgestellt, dass ich beides seit fast zwei Jahren nicht mehr benutzt habe. Für mich ein klares Zeichen, dass ich diese beiden Gegenstände guten Gewissens loslassen kann. Wie Du siehst: Die Sicht auf die Dinge ändert sich mit der Zeit.

Der Gedanke, dass man einen spezifischen Gegenstand irgendwann ja noch mal gebrauchen kann, mag zwar manchmal richtig sein. Aber oft schätzen wir die Wahrscheinlichkeiten, wie auch in anderen Bereichen unseres Lebens, komplett falsch ein. So habe ich durchaus Flugangst, weiß aber rational, dass es wahrscheinlicher ist, mit dem Auto oder als Radfahrer einen Unfall zu haben, als mit einem Flugzeug abzustürzen.

Meine einfache Regel

Grade bei Medienprodukten ist mir schon relativ schnell aufgefallen, wie irrsinnig der das Festhalten an den Dingen oft ist. Ich könnte ja das Buch nochmals lesen, das Spiel irgendwann nochmals spielen wollen. So habe auch ich an dem ein oder anderen Gegenstand lange festgehalten.

Aber in der Nachbetrachtung stellte sich dieses Festhalten zumeist als Quatsch heraus. Im Gegenteil: Oft hatte ich absolut keine Lust, mich ein zweites Mal mit den Dingen zu befassen.

So habe ich mir eine einfache Regel überlegt, die mein Handeln seitdem leitet:

Wenn ich einen Gegenstand innerhalb von einer Woche für unter 10 Euro irgendwoher bekommen kann, dann brauche ich diesen auch nicht horten.

Ein Teil

In der gesamten Zeit, in der ich mich mit dem Minimalismus beschäftige, habe ich mir nur ein einziges Teil nochmals gekauft, das ich zuvor ausgemistet hatte. Dabei handelt es sich um ein Buch. Nämlich um David Naishs „Genug – Wie sie der Welt des Überfluss entkommen“.

Nochmals gekauft habe ich dieses Buch nur, weil es meine Bücherei nicht besitzt und es für den Bezug über die Fernleihe wegen des geringen Preises nicht in Frage kam. Es war eines meiner ersten Bücher zum Thema Minimalismus und nachdem ich es vor einigen Jahren verkauft hatte, war mein Interesse es noch einmal zu lesen so groß, dass ich es mir vor zwei Monaten nochmals gebraucht kaufte.

Es mag sicher noch weitere Teile geben, die ich irgendwann mal abgegeben und später noch mal gekauft habe. Aber an diese Dinge kann ich mich nicht wirklich erinnern. Sprich: Es war absolut nichts Wichtiges…

Es wird vorkommen!

Es wird sicherlich beim Ausmisten vorkommen, dass wir das ein oder andere Teil weggeben, was hinterher noch einmal benötigt wird. So weiß ich, dass ich in meinem restlichen Leben bestimmt irgendwann mal wieder ein Bügeleisen brauchen werde. Aber diese Gewissheit rechtfertigt nicht, diesen Gegenstand vielleicht über Jahrzehnte mit mir herumzuschleppen, obwohl ich ihn aktuell nicht benötige.

Und wenn ich wirklich einmal etwas weggebe, was ich hinterher bereue, dann ist es halt ein Lernprozess. Es ist eine neue Erfahrung, die mich in der Zukunft für mein Leben weisere Entscheidungen treffen lässt.

Alles zu Horten, um es sich am Ende nicht nochmals besorgen zu müssen, ist auf jeden Fall die schlechtere Variante…

Türchen 4 & 5 werden sich an den nächsten beiden Tagen auf meinem YouTube-Kanal „Die Entdeckung der Schlichtheit“ öffnen.

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Hier findest Du weitere Beiträge von:
Keri-Chaotic: kerichaotic.jimdo.com
Michael: www.minimalimus-leben.de

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