Minimalismus, Technik
Kommentare 13

Das Fotoproblem

„Oh man… Das Fotoproblem.“ dachte ich mir, als ich eben den Artikel von Pia zum Umgang mit der digitalen Bilderflut gelesen habe. Ein Thema, um das ich auch schon viel zu lange herumtanze.
Ja, ich habe viel zu viele Gigabyte an Fotos auf meiner Festplatte und ahne, dass mir nun ein Bruchteil davon wirklich wichtig wäre.
Eine Frage stelle ich mir zu diesem Thema schon seit Jahren. Was ist wichtiger: der verbrauchte Platz auf der Festplatte oder die eigentliche Anzahl der Bilder?
Für mich ist eher der Plattenplatz entscheidend, was wiederum dafür sprechen würde, die Auflösung der Bilder herunter zu schrauben. Denn wie viele Megapixel braucht ein digitales Bild denn? Meine DSLR, die ich in der vergangenen Woche verkauft habe, machte Bilder von 15MP und ein Bild wog ca. 6MB. Und dabei nutze ich schon bei der Aufnahme das verlustbehaftete JPEG-Format und nicht die Raw-Bilder.
Zudem habe ich vor einiger Zeit meine Bilder auf 5MP herunter gerechnet, gepackt, verschlüsselt und diese auf einen Internetspeicher mit 25GB Volumen hochgeladen. Hat etwas gedauert, aber nun sind die Bilder, es ist das 2 Offsidebackup, wirklich sicher. Und wenn ich ehrlich bin, braucht es auch keine Bilder die eine Auflösung von 8MP überschreiten, oder?
Diesen Schritt traue ich mich mit meinen Originalen aber doch nicht. Warum kann ich mir nicht logisch erklären.
Aber wenigsten bin ich mein Spiegelreflexmonster los. Zu schwer, zu groß, zu unhandlich. Abgesehen von meinem Handy bin ich derzeit, seit 2001 das erste Mal kameralos. Das soll sich zur nächsten Gelegenheit, in der ich gerne eine Kamera dabei haben möchte, ändern. Bis dahin kann ich noch viel Zeit mit Nachsinnen über dieses Thema verbringen…

Wie organisiert Ihr Eure digitalen Bilder? Wie groß (Auflösung und Größe) sind Eure Schnappschüsse? Wie bzw. wo bewahrt Ihr diese auf und sichert sie? Und welche Art von Digitalkamera könnt Ihr empfehlen?

13 Kommentare

  1. Ich hab auch ein recht großes Fotoarchiv. Ich muss sagen dass ich bei Fotos bislang nicht den starken Wunsch verspürt habe, sie “minimalistisch” zu archivieren, auch wenn ich heute mehr schlechte Bilder lösche als früher. Allerdings: Meine Cams produzierten bisher auch nie 6 MB große Bilder. Bei meiner aktuellen sind es immer circa 2 MB.

    Letztendlich sind Digitalgüter für mich was anderes als physikalische Güter. Denn sie brauchen ja keinen “Platz”. Mein Bilderarchiv braucht – gerade geschaut – im Moment 24 GB und eigentlich bin ich ganz froh, das zu haben und in vielen Situationen sagen zu können “von X hab ich ein passendes Foto”. “Belastend” sind für mich Digitalgüter nur wenn sie chaotisch/unsortiert sind. Für meine Bilder hab ich da ein relativ simples System: Ein Ordner für jedes Jahr, darin jeweils ein Ordner für jeden Monat und darin wiederum ein Ordner für jedes Ereignis.

    Speicherplatz: Ist bei der Menge an Bildern die ich hab kein allzu großes Thema. Bislang wachsen die durchschnittlichen Festplatten schneller als meine Bildersammlung.

    Und vielleicht auch noch interessant: Ich hatte noch eine handvoll nicht-digitaler Bilder, die ich neulich digitalisiert und dann entsorgt hab. Die Negative hab ich bei DM digitalisieren lassen, waren so ca. 20 Stück und hat 10 Euro gekostet. Die, die ich nicht als negative hatte, hab ich gescannt. Für andere Leute ist das sicher komplizierter, aber meine Fototätigkeit im vor-digitalen Zeitalter hat sich in Grenzen gehalten und es war nicht mehr viel von übrig.

    • Danke für deine Sichtweise!

      “Belastend” wird das ganze Thema, wenn der Speicherplatz knapp wird. Nutze aktuell eine “nur” 256GB große Festplatte und davon macht mein Bilderordner fast 60GB aus. Davon fallen über die Hälfte in die Zeit mit der DSLR!
      Da ich gerne alle wichtigen Daten auf meiner “internen” Festplatte habe, wegen der Sicherung, denke ich schon ab und mal über den freien Platz nach und suche nach Optimierungspotential…

    • Also ich habe letztens ca. 30GB rausgeschmissen und es geht noch mehr!
      Insgesammt liegen auf meiner Festplatte ca. 300GB und das sind nicht nur Fotos.

      Wenn ich Fotos habe, dann aber in Hoher Qualität.
      Die neusten Scans können schon mal 22MB oder mehr haben 🙂

  2. Okay, das wird deine Fragen nicht beantworten, aber es soll auch eher ein Statement sein. Ich lösche am Jahresende alle meine Bilder einmal durch. Dabei erinnere ich mich nochmal an alle Situationen und die weniger gelungenen Bilder fliegen raus.

    ich habe neulich bemerkt, dass ich gar nicht mehr so gerne fotografiere, obwohl ich technisch gesehen bestens ausgestattet bin. Aber immer wenn ich diese ganze Bildschirmglotzerei bei anderen bemerke, die ihr 100. Selfe im Louvre knipsen oder mit der (Video-)Kamera durch die Gegend rennen ohne wirklich hinzusehen, macht mich das total traurig.
    Daher habe ich für mich beschlossen, so achtsam und aufmerksam wie möglich zu sein, unabhängig von der Kamera. Ich will sehen, riechen, schmecken und hören was vor sich geht, mit meinen eigenen Sinnen. Ein Foto reicht mir da nicht.

    • Ich finde es eine sehr schöne Idee, am Ende des Jahren einmal alles durchzuschauen und auszumisten. Werde ich Jahresende auch mal machen! Nur an meine Handyfotos gehe ich nicht dran, denn die sind für mich eine Art Fototagebuch und ich liebe es in den Bildern der letzten Jahren zu stöbern…

  3. Hallo Daniel,

    Ein Antwortpost auf meinen Post, das find ich mal ziemlich cool. Trotz Liebe zur Handykamera schleppe ich auch noch oft mein DSLR-Monster mit mir rum — inklusive Ersatzakku, 300mm-Objektiv, Standardobjektiv, Weitwinkel, Aufsteckblitz und natürlich Tasche. Mein Schätzchen ist schon sechs Jahre alt und ich werde sie langsam leid. Dummerweise brauche ich sie beruflich (Lokaljournalismus erfordert selbstgeschossene Bilder). Ich überlege aber echt, auf eine kompakte Kamera ohne den ganzen Aufsteck-Draufdeh-Bimbams umzusteigen. Hast du schon ein bestimmtes Modell in Aussicht?
    Manchmal stelle ich mir übrigens vor, wie es wäre, wenn mein Rechner den Geist aufgeben würde und alle meine Fotos einfach weg wären. Vielleicht wäre das ein Gefühl der Erleichterung. Oder würde ich doch einige vermissen? Ich weiß es nicht…

    Liebe Grüße
    Pia

    • Puh… Was habe ich für eine Kamera im Auge? Müsste zuerst einmal wissen, was genau ich an Funktionen bräuchte.
      Ich weiß nicht wieso, aber ich finde die Nikon S9400 irgendwie klasse. Hab die mal in der Hand gehabt und die “fühlt sich nach was an”. Das ist aber kein Kaufkriterium. Denke, dass es mir wichtig ist, einen großen Zoom zu haben und das die Kamera schnell Bilder schießen kann.
      Werde mich in den nächsten Wochen damit aber mal genauer befassen.

  4. Hallo Daniel,

    interessante Frage, vor allem, weil sich die digitalen Fotos des letzten Jahrzehnts ganz schön summieren.

    Mir ist aufgefallen, dass mein Männe und ich früher jedes Foto “heilig sprachen”. Vor der großen Ausmisst-Welle haben wir irgendwie an ihnen gehangen, als wären sie die Erinnerungen selbst.
    Letztendlich sind immer noch viele Fotos übrig, aber wir haben uns auch von einem beträchtlichen Teil getrennt. Wie Frau DingDong sind wir einmal durch das Fotojahrzehnt durchgegangen, haben rigoros alle Fotos gelöscht, die doppelt oder einfach nicht schön waren. Man macht ja manchmal unbeabsichtigt Bilder im Gehen, fotografiert dabei seine Füße oder unkoordiniert in der Gegend rum und ist anschließend zu gemütlich sie aus zu sortieren. Oder es sind ganz viele unbekannte Menschen auf den Fotos, weil man beispielsweise auf einer Hochzeit war.

    Jetzt haben wir uns angewöhnt, die Fotos direkt beim Import zu selektieren. Auf eine hohe Auflösung mögen wir jedoch nicht verzichten, da immer wieder Schnappschüsse dabei sind 🙂
    Viele Grüße
    Emi

    • Diese, ich nenn sie jetzt mal “Usselbilder” lösche ich auch beim Import schon. Wenn ich die Photos in iPhoto schmeiße, tage ich auch gleich die Gesichter. So schaue ich alle Bilder mindestens einmal an. Vielleicht sollte ich dabei etwas kritischer sein und nicht jedes Foto behalten…

  5. Ich habe vor einigen Monaten eine Ausmisteaktion bei meinen Digitalfotos gestartet, und das war auch gleichzeitig eine sehr schöne, entspannte Angelegenheit, denn ich habe nochmal in alten (gut, 2004 ist nicht soooo alt) Erinnerungen geschwelgt und gleichzeitig dabei aufgeräumt. Win-win. Ich habe mir mehrere Abende Zeit dafür genommen und es wirklich sehr genossen.

    Aufgehoben habe ich nur die Bilder, die wirklich gut und schön waren. Sowohl die meisten Fotos von Menschen oder Begebenheiten, bei denen ich inzwischen ein ungutes Gefühl im Bauch hatte, habe ich aussortiert, als auch die vielen schlecht belichteten oder unscharfen, die mit weggedrehten Gesichtern oder die doppelten/dreifachen … Wenn man z. B. wie ich jedes Jahr wieder an die selben Orte in Urlaub fährt, hat man zwangsläufig doppelte und mehrfache Aufnahmen derselben Plätze. Das merkt man aber erst in der Rückschau mit einigen Jahren Abstand.

    Überhaupt empfehle ich, einige Zeit seit der Aufnahme des Bildes vergehen zu lassen, bevor man es sich unter dem Gesichtspunkt: Löschen oder aufheben? anschaut. Die Entscheidung fällt mit Abstand immer leichter.

    Und wenn du dich nicht zum Löschen durchringen kannst: Na, dann behältst du es eben. Es frisst ja kein Brot.

    • Ich musste bei deinem Kommentar irgendwie ein Zitat aus dem Film “one hour photo” denken:
      “Die wenigsten Leute machen Schnappschüsse von den kleinen Dingen: einem benutzten Heftpflaster, vom Tankwart an der Ecke, der Wespe auf dem Marmeladenbrot. Aber gerade diese Dinge sind es, die das wahre Bild unseres Lebens wiedergeben. Sowas fotografieren die Leute nicht.

      Familienfotos zeigen lachende Gesichter, Geburten, Hochzeiten, Ferien, Kindergeburtstage. Der Mensch hält die glücklichsten Momente seines Lebens auf Bildern fest. Blätterte jemand durch unser Fotoalbum, würde er daraus schliessen, dass wir ein glückliches, unbeschwertes Leben führen. Ohne Tragödien. Niemand würde je etwas fotografieren, was er gerne vergessen möchte.”

      Ich sehe das eigentlich genauso und deshalb möchte ich auch traurige Dinge nicht löschen. Habe einige solcher Bilder, die mich im Grunde sehr traurig machen können, aber diese sind ebenfalls, wie all die Fotos, Ausschnitte und Schnappschüsse aus meinem Leben. Die gehören dazu und nicht gelöscht.
      Ich kann aber auch nachvollziehen, warum Du solche Fotos nicht mehr haben möchtest. Das sollte halt jeder nach der eigenen Sicht entscheiden.

  6. Ach ja, und wie ich die verbliebenen Fotos archiviere?

    Auf der Festplatte des Laptops, mit dem ich am häufigsten arbeite, habe ich meinen Bilderordner mit jahreweisen Unterordnern und dort wiederum Ordner für die einzelnen Begebenheiten, benamst nach dem System jj-mm-tt – Begebenheit.

    Alle Fotos und überhaupt alle digitalen Daten habe ich außerdem auf einer externen Festplatte gesichert.

    Und dann hab ich auch nochmal die letzten Jahre meiner Fotos auf dem Netbook, damit ich auch von dort, z. B. zum Bloggen, schnell an die aktuellsten Fotos rankomme.

    • Irgendwie machen mir diese externen Festplattem angst. Die machen Geräusche, die ich bei Festplatten eigentlich nicht hören will. Deswegen habe ich ungern wichtiges Daten als Arbeitskopie (sozusagen) dadrauf. Bin da vielleicht aber auch einfach nur paranoid…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.