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Die Datenfresser

Gestern wurde ein Urteil des Landgerichts Frankfurt an mich herangetragen, welches darauf abziehlt, dass ich als Webseitenbetreiber auf sämtliche Trackingmaßnahmen explizit hinweisen muss. Tracking heißt für diese Seite und die meisten anderen Blogs, aus reinem interesse die Besucherzahlen zu messen. Um dies nun weiter rechtmäßig tun zu dürfen, würde ein Hinweis im Impressum dazu nicht mehr ausrechen. Ich hätte nun die Möglichkeit auf der Startseite präsent darauf hinzuweisen oder meine Leser mit einem Pop-Up-Fenster zu belästigen. Beides will ich nicht, denn es würde die Optik bzw. die Einfachheit dieser Webseite beschädigen, wie ich finde. Also habe ich das von mir selbst betriebene Tool „Piwik“ aus dieser Seite entfernt. Piwik ist im Vergleich zu anderen Trackingtools deshalb besonders freundlich, weil die anonymisiert erhobenen Daten auf der eigenen Seite, alos dem eigene Server verbleiben und nicht wie üblich an Google & Co. übermittel werden, wo niemand weiß, was noch alles mit den Daten angestellt wird. Naja…

Ich möchte in diesem Zug auf zwei Punkte aufmerksam machen. Wissen und Schutz.
Es gibt viele interessante Bücher und Webseiten zu diesem Thema. Eines möchte ich hier nennen. „Die Datenfresser – Wie Internetfirmen und Staat sich unsere persönlichen Daten einverleiben und wie wir die Kontrolle darüber zurückerlangen“ von Contanze Kurz und Frank Rieger. Beide sind Mitglieder und Sprecher des Chaos Computer Clubs und wissen somit, wovon sie reden. Ich muss zugeben, dass ich das Buch auch erst von einigen Tagen begonnen und es noch nicht zu Ende lesen konnte. Jedoch kann ich bereits jetzt sagen, dass es sehr gut und vor allem für Laien verständlich geschrieben ist. Inhaltlich geht es darum, wie Daten gesammelt werden und wie diese von den Firmen zu Geld gemacht werden können. Es wird beschrieben, wie mit den Daten umgegangen wird und wer von den Daten profitiert. Auch geht es um unsere biometrischen Daten und die, dem Mobiltelefon sei dank, einfach zu erhebenden Bewegungsprofile erstellt und genutzt werden können. Zudem wird ein Ausblick in die Zukunft gewagt und auch Maßnahmen zu eigenen Schutz erläutert.

Zwei möchte ich hier nochmals explizit nenne, auch wenn ich das in der Vergangenheit schon einmal getan habe:

  • Ghostery: Am effektivsten hat sich das Brower Plug-in Ghostery bisher bewährt. Es blockt derzeit ca. 1880 verschiedene Zählpixel und ca. 750 unterschiedliche Cookies, unter anderem solch bekannter Delinquente wie Google Analytics oder diverse Methoden von Facebook. Es muss aber auch gesagt werden, dass dadurch verschiedenen Webseiten teilweise auch mal nicht so reagieren, wie sie sollten. Aber dann kann man Ghostery ja kurz ausschalten oder die Webseite zu den Ausnahmen hinzufügen.
  • Eine weitere Methode sich zu schützen, ist den gesamten Cache des Browsers regelmäßig zu löschen. Ich habe meinen Browser so eingestellt, dass dieser alle angesammelten Daten bei jedem beenden löscht. Das geht derzeit, meines Wissens nach, nur mit dem Firefox-Browser.
    Hier mal exemplarisch meine Einstellungen, zu finden unter dem Punkt Einstellungen, Datenschutz:Bildschirmfoto 2014-03-22 um 10.42.25

Auch wenn versucht wird, uns immer wieder einzureden, dass es ja ganz böse ist: Ein Werbeblocker gehört natürlich zum Standard in jedem Browser. Ich persönlich nutze Adblock Edge. Dieser ist baugleich mit dem bekannten Adblock Plus, jedoch lässt dieser keine „akzeptablen Werbung“ zu.

Dies sind meine Wege, um mich Internet einigermaßen vor den „bösen“ Trackingmaßnahmen zu schützen. Ich jedem nur ans Herz legen, diese Punkte ebenfalls zu verwenden.
Und wer Ghostery einsetzt, wird auf dieser Seite erstmal nichts zu blocken haben.

8 Kommentare

  1. Hallo Daniel,

    vielen Dank für die Buchempfehlung. Meine Leseliste ist zwar im Moment durch die vielen interessanten Buchvorschläge auf verschiedenen Blogs schon ziemlich lang, aber “Die Datenfresser” hab ich gleich mal mit dazu geschrieben.

    Nachdem wir eine kurze Zeit Google Analytics auf unserem Blog laufen hatten, haben wir uns im Oktober auch gegen Tracking entschieden und es seitdem nie vermisst. Immerhin blocke ich mit Ghostery und AdblockPlus auf anderen Seiten auch munter, warum sollte ich für den eigenen Blog mit zweierlei Maß messen?

    Schwieriger finde ich die Trackingproblematik bei Unternehmen oder auch Bloggern, die mit ihrem Schreiben Geld verdienen wollen. Sicherlich ist da das Interesse an Besucherzahlen und Klickverhalten ein ganz anderes.

    Liebe Grüße, Apfelmädchen/Svenja

    • Ich war zwischendurch mal wieder neugierig, deshalb die Lösung mit Piwik. Aber will nicht meine Seite verunstalten, deshlab lasse ich es jetz auch wieder. Um Grunde ändert es ja nix an meiner Motivation.

    • Toffel sagt

      Hi Daniel.
      Schön, was von Dir zu lesen (und – ohne zu indiskret sein zu wollen – Bilder vom schönen Malta sehen wir bald, gell?).
      Bei Safari lässt sich der Browser mitsamt Cache fast in einen “jungfräulichen” Zustand versetzen – und Plugins gibt es da auch. Aber FF ist wesentlich benutzerfreundlicher, finde ich.
      Liebe Grüße
      Toffel

      • Firefox ist der einzige Browser, der alles beim beenden automatisch löcht. Bei anderen muss das immer von Hand gemacht werde oder durch Zusatzprogramme.
        Bilder von Malta wollte ich hier eigentlich keine einstellen. Ist nicht ganz mit den Themen dieses Blogs vereinbar. Wobei ich mir in der letzten Zeit immer wieder die Frage stelle, wie eng ich diese Definition ziehe. Würde gerne mal ein bisschen weiter ausholen und auch über andere Themen schreiben, aber das würde nicht ganz passen. Bin da hin und her gerissen…

  2. @MarkRitter82 sagt

    Auf die Gefahr mich unbeliebt zu machen: Ich benutze keine Werbeblocker beim Surfen. Ich glaube nicht, dass ich solche gratis Dienste wie wordpress überhaupt nutzen könnte, wenn es die Werbefinanzierung nicht gäbe. Ich bin auch kein Werbefan, aber mittlerweile habe ich meinen Frieden damit geschlossen. Bei mir gehört der Werbeblocker also nicht zum Standard dazu.

    Trotzdem wie gewohnt ein guter und informativer Artikel. Danke und Gruß!

    • Vielen Dank für das Lob, Mark!
      Wie in den erwähnten buch zu lesen ist, bezahle ich die ganzen Services mit meinen Daten, die ne Menge wert sein können. Bei mir kommt dazu, dass mich Werbung einfach wahnsinnig macht. Seit 2000 schauche ich kein TV mehr, in dem irgendwelche Werbung läuft. Somit ist es für mich heute vollkommen unverständlich, wie man sich die Werbung freiwillig antun kann. Zumal diese ja eh nur den Zweck hat, mir Dinge aufzuschwatzen, die ich gar nicht brauche. Und auf den Straßen werden wir damit schon genug belästigt.
      Deshlab blende ich alle aus, was ich kann. Für meine innere Ruhe.

  3. Auf welches Urteil beziehst Du Dich denn? Meines Wissens nach muss bei der Benutzung eines Trackingtools dies in der Datenschutzerklärung beannt werden, dem/der User/in die Möglichkeit gegeben weden dem Tracking zu widersprechen (Opt-In-Lösung) und die IP-Adresse als personenbezogenes Datum anonymisiert werden.
    Das dies in einer eigenen Datenschutzerklärung auftauche sollte, ist ja nun nicht neu – oder ist mir das etwas in letzter Zeit entgangen, gibt es da neue Anforderungen?
    Wenn Du eine Quelle für das oben genannte Urteil hättest – wäre super, danke, Daniel.

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