Bücher, Finanzen, Minimalismus, Technik
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eBook vs. gedruckes Buch

Ich bin ein Freund von neuem technischen Spielzeug und grade das elektronische Buch hat es mir seit meiner frühen Internetzeit um die Jahrtausendwende angetan. Die Vorstellung, geschrieben Texte nicht mehr ausdrucken zu müssen, diese aber auch nicht am PC-Bildschirm zu lesen, war damals ein Traum von mir. Die Einführung von Flachbildschirmen machte das Lesen schon etwas erträglicher, aber schön war anders. Meine ersten elektronischen Bücher las ich um 2002 auf meinem kleinen Siemens-Handy. Aber auch das war keine Alternative.
Als die ersten Lesegeräte mit elektronischer Tinte auf den Markt kamen, hatte ich die Möglichkeit mir eines anzuschauen. Damals dauerte das Umblättern der Seite noch unwahrscheinlich lange und es machte keinen Spaß, da das Flackern des Schirmes sehr störte.
Interessant wurde das Thema erst, nachdem ein großes Internetkaufhaus seinen günstigen und guten eReader auch in Deutschland verkaufte und Tabletcomputer, grade mit 7 Zoll Bildschirmdiagonalen, auf den Markt kamen. Beides eignet sich, wenn die Qualität des Gerätes stimmt, hervorragend zum Lesen. Elektronische Tinte ist fast vergleichbar mit einem herkömmlichen Buch, wogegen Tablets mit einen Farbdisplay mehr Möglichkeiten bieten. Soviel zur technischen Seite.

Viel interessanter sind die Fragen, die sich durch die Nutzung von digitalen Büchern ergeben. Die Vorteile liegen auf der Hand. Der Buchkauf ist jederzeit über meist eingebaute Shops möglich und die Bücher kosten meist 2-3 Euro weniger (englische Versionen sind meist wesentlich günstiger) als in der gedruckten Variante. Und genau hier besteht für mich der größte Nachteil: Ich kann die gekauften Bücher nicht wieder verkaufen. Denn wie bereits im letzten Artikel beschrieben, möchte ich die Bücher nicht besitzen, sondern mir deren Inhalte erlesen. Natürlich nehmen eBooks keinen physischen Platz mehr ein oder müssen abgestaubt werden. Deshalb eignet sich diese Art von Büchern besonders, wenn ich weiß, dass ich diesen Buch gerne behalten möchte.
Nachteilig ist auch die Tatsache, dass ich ein elektronisches Buch niemandem leihen kann. Glücklicherweise gibt es immer mehr Büchereien, die eine „digitales Bücherregal“ besitzen, in dem sich auch noch viele Hörbücher finden lassen.

Wie sieht nun meine konkrete Nutzung bei eBooks aus?
Will ich ein Buch nur einmal lesen und ist es kein Kandidat für mein kleines Bücherregal greife ich nach wie vor zur Printversion. Diese kann ich nach dem Lesen verkaufen, verschenken oder spenden.
Zuerst schaue ich in den Onlinekatalogen der Büchereien nach, in denen ich Mitglied bin. Meist finde ich in den Katalogen dann auch einen Hinweis, wenn das gesuchte Buch als eBook vorhanden ist. Somit enfällt der Weg zur Bücherei, den ich aber eh jeden Samstag Vormittag antrete.
Gibt es das Buch nicht in den Büchereien, schaue ich nach, was das Buch neu und auf den Gebrauchtmarkt kostet. Wenn der Preis für das gebrauchte Buch in Internetauktionshäusern oder beim Internetkaufhaus nicht viel günstiger ist, kaufe ich es mir auch gerne neu. Nach dem Lesen wird das Buch verkauft, verschenkt oder gespendet.
Alternative finde ich das Buch auch als eBook. Wenn dies signifikat günstiger ist, vielleicht auch auf englisch, dann greife ich hier zu. Der Preis sollte aber nicht viel höher sein, als der Lesepreis (Kaufpreis – Verkaufspreis = Lesepreis).

Ich versuche mir aber so wenig Aufwand wie möglich zu machen. Lieber verschenke oder entsorge ich das Buch, als es über Monate immer wieder in einer Auktion nicht zu verkaufen, nur um vielleicht nach Monaten mal den einen Euro dafür zu bekommen und es dann noch eintüten und zur Post tragen zu müssen.
Auf der anderen Seite kaufe ich mir auch gerne mal ein Buch, weil es grade im Buchladen vor mir lag und mich interessierte.

Wie gehst Du mit dem Thema um? Liest Du nur noch eBooks oder aus Prinzip ausschließlich Gedrucktes? Oder kaufst Du vielleicht gar keine Bücher?

20 Kommentare

  1. Oh, lesen ist super! Mir ist es egal, wie bzw. mit was ich lese. Es hat alles seine Vor- und Nachteile. Was ich allerdings überhaupt nicht leiden kann, ist das snobistische Getue einiger Leute, die mich fassungslos anstarren und mir mit “SOWAS kommt mir nicht ins Haus, ich lese nur ECHTE Bücher” über den Mund fahren, wenn ich erzähle, wie schön es ist, im Urlaub weniger Gepäck zu haben.
    Pff. Es geht ums LESEN. Und seit es diese eReader gibt, lesen erfreulich viele junge Männer (also Jungs zwischen 10 und 45 Jahren 😀 ) wieder. Das ist doch großartig!

    • Kann deiner Meinung nur zustimmen. Ich möchte den Inhalt eines Buches kennen. (Ich möchte ja auch nur ein Loch in der Wand haben und keine Bohrmaschine besitzen…) Dabei ist es mir egal, ob das Buch gedruckt ist oder nur digital. Wichtig ist mir nur, dass ich nach dem Lesen wenig Stress beim loswerden habe.

  2. Stefan sagt

    Wie schon zum BUCH-PARADOXON geschrieben habe, habe ich mich lange innerlich gegen die Kindle-Lösung gewährt. Vor allem weil ich glaubte das ich damit “draufzahle”, da ich das Buch wie gesagt nicht mehr verkaufen und nur schwer verleihen kann.
    Ein Blick auf meine Bücherwände belehrte mich jedoch einer anderen Wahrheit. Viele, viel zu viele Bücher fristen da ihr Dasein. Die wenigsten wurden im Laufe ihres Lebens bei mir verliehen oder habe eine Chance darauf das ich mir die Mühe mach sie zu verkaufen.
    Für mich ist es inzwischen ok, das ich die (elektronischen)Bücher quasi miete. Die Vorteile dadurch sind für mich es Wert. Weniger Platz, weniger Post, weniger Müll.

    • Ich muss deinem Gedanken zustimmen. Die Bücher sind zwar offiziell gekauft, aber Besitzer ist man nicht wirklich. Hab zwar gelesen, dass man die auch in ein anders Format umwandeln kann, aber sowas ist natürlich nicht erlaubt.
      Seit dem ich auf eReadern lese, hat sich aber auch die Bibliothek auf dem Gerät stark vergrößert. Hauptsächlich weil ich anfangs jedes kostenlose Buch geladen habe. So kann auch das digitale Bücherregal zumüllen. Deshalb habe ich auch nur die Bücher auf dem Gerät, die ich grade lese. Der Rest kommt wieder runter.

  3. prot sagt

    Bis jetzt konnte ich mich nicht zu einen E-Book Reader durchringen. Zu einem wie im Artikel erwähnt wegen des verleihen des Buches. Dies lies sich ja über einen Reader Tausch für 4 Wochen noch realisieren.So bekommt dann jeder die Bücherei des anderen.
    Nur der liebe Datenschutz ist so eine Sache, den der Shop weiß nun was ich alles kaufe bzw. lese. Das habe ich bei bar bezahlten echten Büchern nicht. Und das gläsern sein liegt mir nicht so.Abgesehen davon ist es wie Facebook verwenden, ich wüsste nicht wer noch alles diese Daten bekommt.Das kann harmlos sein, aber nicht alle Daten mache ich deswegen zugänglich.

    • Der Datenschutzaspekt ist auch nicht zu verdrängen. Das Internetkaufhaus weiß immer, was ich grade lese und wo ich im Buch bin. Auf der anderen Seite weiß dasselbe Kaufhaus auch, welche Bücher ich vor 5 Jahren dort gekauft habe. Oder der Buchladen weiß, was ich dort bestellt habe. Auch die gute Bücherei weiß, was ich seit meinem 8 Lebensjahr dort ausgeliehen habe. Ich glaube, dass lässt sich auch nicht mehr wirklich vermeiden.

  4. Ich bin ein eBook Fan. Genauer gesagt ein Fan der Kindle-App für Mac, iPhone und iPad. Ich habe meine Bücher nun immer dabei. Die Lesezeichen, Markierungen etc. sind immer gesynct und ich kann überall lesen. Auch mal schnell zwischen durch. Das “haptische” Erlebnis fehlt mir gar nicht!

  5. prot sagt

    @Daniel
    Du hast recht das die Leihbücherei weiß was du gelesen hast! Aber da ich in der Dienstleistung für Städte gearbeitet habe. Weiß ich folgendes, der Rechner der Bücherei ist nicht vom Netzwerk einer Verwaltung ein zu sehen. Und auch Außenstehende brauchen einen richterlichen Beschluss um da heran zu kommen.Das dies unwahrscheinlich ist, ist ersichtlich.
    Das Kaufhaus kann nur bei Karten Zahlung eine Verbindung herstellen. Nicht bei Barzahlung. Und Buchläden sind nett, aber naiv! Ich muss solange ich in voraus zahle nicht einmal meinen echten Namen hinterlassen.Klingt komisch, aber ich weiß das aus der Praxis. Sogar auf Kennwort Bestellung lassen die sich ein.
    Ich mag ja paranoid klingen, aber ich halte mich nicht aus sozialen Medien heraus. Verwende Mail Adressen die nicht zu mir führen. Damit am Ende ein E-Book System mich erfasst. Oder ein Buchladen e.t.c Aktuell sehe ich eben was die neuen Medien machen, und da bin ich gern unsichtbar. Das geht im Netz bedingt, solange ich das Internet nicht auf meinen Namen verwende. Aber nicht um Mist zu bauen, nur weil mir die Entwicklung nicht passt.

  6. Mark Ritter sagt

    Nach einer heißen e-book Phase bin ich wieder zurück beim gedruckten Buch angekommen. Vor allem weil der Lesepreis (gebraucht bei ebay etc. gekauft) noch unter dem e-book Preis liegt und ich (ebenso wie du) vor allem ein Buch lesen und nicht besitzen will. Oder das Buch ist mir so wichtig, dass ich es immer wieder (über die Jahre) lese, dann hat es auch einen Platz in meinem kleinen Bücherregal verdient.
    Als Fan des digitalen muss ich zudem leider zugeben, dass mir das Lesen auf Papier entspannter erscheint als auf dem iphone oder ipad display. Wie sich das bei readern mit digitaler Tinte aussieht, weiß ich nicht, werde ich wohl aber irgendwann mal probieren.

    Kurz: Das Thema habe ich für mich noch nicht abgeschlossen, auch wenn ich dachte, ich hätte es schon getan. Aber der Trend geht klar zum “Nutzen, statt besitzen” und zum digitalen, wobei der Preisverfall beim gedruckten Buch auf dem Gebrauchtmarkt schon sehr verlockend ist.

  7. Tordis sagt

    Seit meine städtische Bibliothek ein mittlerweile ziemlich reichhaltiges elektronisches Online-Angebot hat (nicht nur e-Bücher sondern auch e-Zeitschriften und e-Zeitungen) denke ich auch öfters darüber nach, ob ein ebook reader etwas für mich sein könnte.

    Doch immer spricht die Ökologie dagegen. Ein ebook reader ist ein weiteres Gerät, das aufwändig produziert werden muss. Es verbraucht Seltene Erden, sauberes Grundwasser und gesunde Menschen. Und was passiert, wenn es irreparabel wird? Heutzutage werden Geräte ja für das Wirtschaftswachstum immer schneller kaputt, sobald der Markt gesättigt ist.
    Natürlich ersetzt es ganze Bücherregale bei uns zuhause. Aber das tut die öffentliche Bibliothek auch. Natürlich werden für die Herstellung von Büchern Bäume gefällt. Aber ein Bibliotheksbuch wird von hunderten Menschen gelesen, ein ebookreader gehört meist nur einem einzigen.

    Und so werde ich mir auch keinen ebook reader kaufen. Alles, was ich lesen möchte, aber meine Bibliothek und mein Bekanntenkreis nicht hat, kaufe ich. Nach dem Lesen leihe und schenke ich es meist weiter (Bücher verkaufen sich irgendwie immer nur schlecht). Ich lese sehr gerne und besitze trotzdem nur etwa 30 Bücher und 4 Kochbücher, die mir ans Herz gewachsen sind.

    Trotz Technikbegeisterung stehe ich “der Technik” sehr kritisch gegenüber. Nicht alles verbessert unser Leben tatsächlich. Man vergleiche beispielsweise mal ganz ehrlich die Zeitersparnis durch die Erfindung der Waschmaschine mit der durch hassgeliebte Zeitdiebe wie dem Internet oder Smartphones. Vieles ist auch einfach nur im Hamsterrad des heutigen Kapitalismus entstanden.

    • Vielen Dank, dass du den ökologischen Aspekt angesprochen hast. Es ist natürlich nicht zu verachten, wie viele Rohstoffe für die Produktion eines solchen Gerätes verbraucht wird. Und da diese Gerät ja nicht wirklich lange genutzt werden, rechnet es sich bestimmt nicht. Holz ist dagegen zumindest ein nachwachsenden Rohstoff.

  8. Miss Minimal sagt

    Ich persönlich habe mir letztes Jahr im Frühjahr einen Ebookreader gekauft. Dann habe ich alle Bücher an denen mir wirklich viel liegt, und die ich gerne lese als digitale Version gekauft und meine Bücher fast komplett verschenkt. Jetzt besitze ich noch etwa 10 “richtige” Bücher, die alle entweder besondere Ausgaben (also Sammlerstücke) sind, oder sonst einen emotionalen Wert für mich haben. Das hatte zum Beispiel den Vorteil, dass sich mein letzter Umzug sehr entspannt gestalten liess (was alle Helfer gefreut hat).

    Außerdem schätze ich sehr, dass ich bei längeren Bahnfahrten eine Auswahl an Büchern mit mir herumtragen kann und ich lesen kann auf was ich gerade so Lust habe ohne eine gefühlte Tonne an Büchern mit mir herumtragen zu müssen. Das ist definitiv ein großes Plus für alle Pendler.

    Für alle, die die Haptik von Ebookreadern nicht so toll finden wie die eines echten Buches: Kauft euch eine Schutzhülle für euren Ebookreader aus echtem Leder! Das riecht nicht nur gut, sondern fühlt sich auch sehr schön an, wie ein “echtes” Lederbuch.

    • Ich glaube, ich habe noch nie ein Buch mit Ledereinband in der Hand gehabt… =P
      Die Haptik stört mich weniger. Ich finde die Größe, aber vor allem das Gewicht überzeugend.
      Man merkt, dass ich selbst hin- und hergerissen bin.

  9. Danke für den interessanten Beitrag!

    Ich lese viel, meist Gedrucktes, besitze aber auch einen E-Book-Reader.

    Als Minimalist tausche und leihe (Freunde, Familie, Bücherei, öffentlicher Bücherschrank etc.) ich den Großteil meiner Lektüre. Kaufe ich ein Buch, behalte ich es nur, wenn ich es in absehbarer Zeit noch einmal lesen werde. Ansonsten wird es verkauft oder weitergegeben. All dies ist mit dem E-Book-Reader nicht oder kaum möglich.

    Natürlich hat das elektronische Lesegerät auch seine Vorteile, die ich manchmal nicht missen möchte. Auf einer mehrwöchigen Fernwanderung im letzten Sommer war es ein idealer Begleiter!

  10. Ich habe meine an die 1000 Bücher im Laufe der letzten Jahre auf nunmehr 75 reduziert und lese fast nur noch eBooks (von denen sich schon wieder viel zu viele ansammeln – aber die lassen sich im Zweifelsfall ja schnell und unkompliziert entsorgen).

  11. Ich habe zwar die Möglichkeit auf meinem Samsung Tab Bücher zu lesen, habe da auch einige gespeichert, aber ich werde nicht warm damit.
    Mir ist es immer noch am liebsten ein Buch aus Papier in der Hand zu halten.

    Klar kostet das mehr, vor allem weil ich die gelesenen Bücher meist weiterverschenke und nicht verkaufe, aber es macht einfach mehr Spaß.

  12. Nach langem hin und her habe ich mich vor 1 Jahr auch für einen eBook Reader entschieden und ich muss sagen, dass ich sehr schnell ziemlich begeistert war und ich seitdem auch mehr lese. In Sachen Größe und Gewicht ist der Reader natürlich unschlagbar und was ist auch toll finde ist, dass ich sehr flexibel neue eBooks herunterladen kann und somit nicht mehr im Voraus “horten” muss.
    Es ist natürlich immer noch ein Streitthema, aber ich mag meinen Reader wirklich sehr und da ich ihn auch sehr oft nutze.

    • Da hast du mit Sicherheit recht: es bleibt ein Streitthema.
      ber lässt man die idiologische Komponente einmal beiseite, kann ich auch ganz gut mit beidem Leben! 😉

  13. Thomas sagt

    Ich muss grad an den Film “Die unendliche Geschichte” denken, und wie das gewesen wäre, wenn der kleine Bastian im staubigen Gewölbe der Schule damals statt das alte, in dickem Leder und metallischem “Auryn” eingefasste Buch einen eBook Reader “aufgeschlagen” hätte. Keine schöne Vorstellung für mich. Wenn es um nüchterne Informationen geht, okay, aber dafür reicht mir auch mein Laptop. Ansonsten will ich das Papier spüren, es riechen und liebe es, in der Badewanne zu lesen. Mit einem eBook Reader, sogar wenn spritzwassergeschützt, hätte das für mich keinen Reiz.

    • Beide Seiten haben Vor- und Nachteile. Aber du hast Recht. Dieses Buch/Film wäre absurt. Aber vermutlich würde die Geschichte dann eher wie bei Tron aussehen. Dort wird der Protagonist in den Computer gezogen. Und heute ist dieser Film ebenfalls Kult. Naja.

      Mein eReader ist ein Gerät, was ich nicht mehr missen werde. Aber Bücher sind was tolles und ich liebe das Gefühl mit einem Buch in der Wanne zu liegen und zu lesen…

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