Ernährung

Türchen 22 – Gesunde Ernährung einfach

Ernährung ist aktuell in meinem Leben ein sehr präsentes Thema. Wenn nicht gar das Vorherschendste im Moment. Und wie zuletzt im Livestream des Minimalismus-Podcasts erwähnt, war dieses Thema auch der Grund, warum ich überhaupt zum Minimalismus gefunden habe.

Katzen würden Mäuse kaufen!

Vor ein paar Wochen fand ich in meiner Buchhandlung, welche nur Mängelexemplare verkauft, das Buch “Katzen würden Mäuse kaufen: Wie die Futterindustrie unsere Tiere krank macht” von Hans-Ulrich Grimm*. In diesem Buch geht es zwar auch um das Essen von uns Menschen, aber vorwiegend darum, wie wir Menschen unsere Haustiere füttern. Daneben erklärt Grimm auch die Fütterung unserer Nutztiere und wie die Industrie um die Gunst der Tierärzte balzt.

Mir ist bewusst, dass der Autor eine sehr einfache und reißerische Sprache verwendet. Aber dennoch glaube ich, dass die geschilderten Gegebenheiten durchaus wahr sind. Und so brachte mich das Buch wieder zum Nachdenken. Nicht nur über das Futter meiner Katze Lela.

Warum ist gesund essen überhaupt so schwer?

Recherchen zum Thema Ernährung verwirren mehr, als dass sie Klarheit schaffen. Selbst wenn ich die ganzen Diäten komplett ausklammere, bleiben noch soo viele verschiedene und sich gegenseitig widersprechende Ernährungskonzepte über, dass ich absolut nicht mehr durchblicke. Dabei möchte ich mich doch einfach nur gesund ernähren.

2009 bekam ich dann ein Buch in die Hand, in dem der Autor erklärt, warum Ernährung heute so schwierig geworden ist. Seit in den 1950er Jahren die Wissenschaft anfing, sich vermehrt der Ernährung zuzuwenden, stehen nicht mehr die Lebensmittel im Mittelpunkt, sondern die Nährstoffe. Das “Zeitalter des Nutrionismus”.

Seit dem wird versucht, die magische “Formel” zu finden, sprich, welche Nährstoffe wir zu Leben eigentlich in welche Menge brauchen. Es geht nicht um das Ganze, sondern um die einzelnen Bestandteile unserer Nahrung. Und wie falsch das ist, zeigt sich beim großen “Cholesterinbluff”.

Was kann man heute noch essen?

Michael Pollan, der Autor des oben erwähnten Buches “Lebensmittel – Eine Verteidigung gegen die industrielle Nahrung und den Diätenwahn”* fasst den Ausweg aus diesem Irrglauben in einem kleinen Satz zusammen:

“Esst Nahrung, nicht zu viel und überwiegend Pflanzen.”

Dieser Satz, der übrigens bereits in der auf Beschreibung des Buches auf der Rückseite zu lesen ist, fasst genau alles über eine gesunde Ernährung zusammen. Das Buch besitze ich seit über 8 Jahren und seitdem habe ich viele weitere Bücher über Ernährung gelesen und von vielen weiteren Studien gehört. Aber ich komme immer wieder auf diese einfache Formel zurück.

Was sind Lebensmittel?

Fast alles, was wir heute in einem normalen Supermarkt kaufen können, ist nach Pollans Definition keine Nahrung. In seinem Nachfolgebuch “64 Grundregeln Essen”* gibt er für Lesefaule 64 einfache Regeln an die Hand. Was ist keine Nahrung? Z.B. alles, was…

  • … meine Urgroßmutter nicht als Lebensmittel identifizieren könnte.
  • … unter den ersten drei Zutaten Zucker oder einen Süßstoff enthält.
  • … mehr als 5 Zutaten hat. (Selbstgekochtes ausgenommen)
  • … auf der Verpackung behauptet, gesund zu sein.
  • … was auch verderben kann.
  • … nicht von einem Menschen gekocht wurde oder wo die Menschen eine Chirurgenmaske bei der Herstellung tragen müssen.

Dies sind nur ein paar der “Regeln” aus diesem Buch. Aber jeder der kurz drüber nachdenkt, wird merken, dass in einem normalen Supermarkt schon nach diesen paar Grundsätzen nicht mehr viel ans Lebensmittel übrig bleibt.

Selbst Kochen!

Es tut mir leid, wenn sich dieser Text ein bisschen wie eine Dauerwerbesendung für dich Bücher des Herrn Pollan anhört. Aber in meinen Augen hat der Mensch es verstanden. Und er kann mir Ernährung mit einfachen Worten, aber auch Bildern erklären.

Denn das die oben erwähnten Bücher gibt es auch für Lesefaule zum Anschauen. Bei Netflix. Die erste Doku “In Defence Of Food” ist leider nur via VPN im englischsprachigen Angebot bei Netflix zu finden. Diese Doku entspricht den beiden oben genannten Büchern.

Im deutschsprachigem Raum ist eine ganze Doku-Reihe über das nachfolgende Thema der Bücher zu sehen: “Cooked”. Das zugehörige Buch “Kochen – Eine Naturgeschichte der Transformation”* habe ich bisher nicht gelesen. Und von der Doku auch nur die erste Episode gesehen. Aber diese hat mich Ende November dazu bewogen, mit dem Selbstkochen zu beginnen. Auch Instagram https://www.instagram.com/schlichtheit/ kann man meine bisherigen Versuche ganz gut nachvollziehen.

Früher habe ich gesagt, dass ich nicht koche, weil es viel zu viel Aufwand für nur eine Person ist. Das stimmt auch. Aber nur so weiß ich, was woher die Bestandteile meines Essens wirklich kommen. Und ich muss auch nicht nach dem kochen Nährstoffe wieder hinzugeben, um die bei der industriellen Verarbeitung entwichenen wieder hinzuzufügen.

Kein Fleisch?

Zudem überdenke ich grade meinen Fleischkonsum komplett. Nicht nur aus ethischen oder ökologischen Gründen*, sondern auch aus Gesundheitlichen.

Mir ist bewusst, dass es zu all diesen Links Gegendarstellungen oder Kritiken gibt. Mir ist aber auch bewusst, dass ich noch nie eine Warnung gelesen habe, kein Gemüse oder Obst mehr zu essen, weil dies ja gesundheitsschädlich sei. Zudem konsumiere ich nur noch in Ausnahmen (Fast Food, max einmal die Woche) “industrielles” Fleisch und kaufe die wenigen Fleischprodukte bei einem Neuland-Metzger in meinem Stadtteil.

Das ist verdammt teuer. Und zudem nicht immer verfügbar. So gibt es grade einmal 7 Betriebe, die “nur” 22.000 Masthähnchen unter den Neulandbedingungen produzieren. Bei der konventionellen Haltung sind es 3.330 Betriebe mit 600 Millionen (!!) Masthähnchen.

Aber ich denke (/glaube), dass Tiere, die nicht mit Futtermitteln gemästet werden, die aus Dingen bestehen, die sie in ihrer ursprünglichen Form niemals futtern würden und dies nur tun, weil genug Geschmacksverstärker und künstliche Aromen dem Futter beigemischt sind, ein “gesünderes” Fleisch besitzen. Auch wenn ich mit solchen Argumenten ein wenige in die Eso-Schiene abdrifte, so ist doch bekannt, dass z.B. Zuchtfisch weniger Omega3-Fettsäuren und künstlich mit Wasser vollgepumpt wird.

Fazit

Ich kann mir schwer vorstellen, dass ich als Mensch gesund bleibe, wenn ich Fleisch von Tieren esse, welche nicht ihr natürliches Futter bekommen, sondern eine Mischung aus Gen-Getreide, Aromen, Geschmacksverstärkern, zugesetzten Vitaminen und anderen Nährstoffen sowie Medikamenten. Zwar hat der Mensch schon immer Fleisch gegessen, aber bei weitem nicht soo viel, wie es heute der Fall ist. Wir als Mitteleuropäer werden wohl eher mit Gemüse und Obst artgerecht ernährt. Und das Zuviel Essen nicht gut ist, weiß auch jeder, der einmal gefastet hat.

Auch wenn dies alles schon seit sehr langer Zeit weiß, ist es für mich immer noch sehr schwer, mich nach diesen Empfehlungen zu ernähren. Aber ich nähere mich dem immer weiter an. Ich lerne mein Essen selbst zu kochen. Ich versuche die überwiegenden Tage in der Woche auf Fleisch komplett zu verzichten und viel mehr Gemüse und Obst zu Essen. Es ist für mich noch ein langer Weg, bis ich mich wirklich nach meinen Vorstellungen gesund ernähre. Aber grade die gewonnene Selbstwirksamkeit und das gute Gefühl (welches vermutlich einfach nur vom Kopf kommt) ist es mir wert!

Zuletzt noch ein Wort zu dieser “Dauerwerbesendung”: Kauf die Bücher nicht! “Esst Nahrung, nicht zu viel und überwiegend Pflanzen.” Mehr braucht man nicht zu wissen, um sich gesund zu ernähren.

Oder klicke dir einen freien Probemonat Netflix und schaue dir die beiden Dokus an. Mit dem Opera-Browser kannst du kostenlos ein VPN aufmachen und die englischsprchige Dokus ebenfalls kostenlos schauen. Das sollte mehr aus ausreichen…

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Hier findest Du weitere Beiträge von:

Keri-Chaotic: kerichaotic.jimdo.com
Michael: www.minimalimus-leben.de

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1 Kommentare

  1. Evelyne sagt

    Hallo Daniel
    Mir ergeht es ähnlich wie Dir. Ich ernähre mich noch längst nicht so, wie es mir und meinen gesundheitlichen und ethischen Vorstellungen entspräche. Es fehlt an Zeit, Geduld und Selbstdisziplin. Aber es gibt Fortschritte. Ich wähle tendenziell gesündere und naturbelassenere Lebensmittel aus, möglichst bäuerlich. Auf Fleisch kann ich schon fast durchgängig verzichten. Insgesamt esse ich weniger und bewusster. Ich wähle möglichst vegetarisch, aber vegan wär mir zu krass. Ich koche, obwohl ich nicht gern koche. Tja. Schon das ist ein Quantensprung! ^^ Herzliche Grüße, Evelyne

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