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Gelesen: „Was ist so schlimm am Kapitalismus?“ von Jean Ziegler

Das Buch „Was ist so schlimm am Kapitalismus? Antworten auf die Fragen meiner Enkelin“ von Jean Ziegler* hatte ich nach seinem Erscheinen im letzten Jahr schon mehrfach wahrgenommen. Es gab in den schon einige diese kleinen Bücher, die auf dem Cover nur den Titel in großen Lettern auf einer Signalfarbe als Hintergrund zeigen. Auch wenn ich weiß, dass dies meist gute und wichtige Bücher sind, hatte ich dieses erst mal nicht zu Hand genommen.

Erst vor ein paar Wochen warf ich in meiner Bücherei einen Blick hinein. Und schon auf den ersten Seiten war ich so begeistert, dass ich den Verlag C.Bertelsmann / RandomHouse um ein Rezensionsexemplar gebeten habe. Dieses landete freundlicherweise ein paar Tage später in meinem Briefkasten.

Das kleine Buch ist aber trotz seiner wenigen Seiten, welche selbst ich schnell durchgelesen hatte, so wunderbar voll von Inhalt. Der Autor beschreibt darin, was der Kapitalismus eigentlich ist, wie er sich bis zu seiner heutigen Form ausbreiten und dabei so viel Leid erzeugen konnte. Auch wenn ich vieles schon aus der Schule oder anderen Quellen wusste, war die Zusammenfassung in diesem Buch ein Augenöffner.

Als Stilmittel wählte Jean Ziegler eine Art Gespräch mit einem jungen Mädchen Namens Zohra, welche immer wieder seine Ausführungen mit kurzen Nachfragen oder Hinweisen unterbricht. Dies macht das lesen und verstehen diese Buches sehr angenehm. Und das obwohl ich kein großer Freund von geschriebenen Interviews bin.

Das Buch gewinnt durch dieses Stilmittel nicht nur an einer gewissen Dramatik, sondern unterstreicht durch den Generationenunterschied die Wichtigkeit des Inhaltes. Während sich der Großteil mit der Herleitung und aktuellen Gestalt des Kapitalismus beschäftigt, wird auf den Letzten der 130 Seiten die Dringlichkeit unterstrichen, dass sich jeder von uns in seinen Möglichkeiten gegen dieses System auflehnen sollte. Einfach in dem jeder seine Stimme nutzt und sich nicht durch die mediale Macht, Werbung und anderen Formen der Beeinflussung davon abbringen lässt, aktiv zu werden. Auch wenn es einem Kampf gegen Windmühlen gleicht.

Hier würde sich das Buch „Selbst denken! Eine Anleitung zum Widerstand“ von Harald Welzer* als wunderbare Weiterführung eignen. Zumal Jean Ziegler offenlässt, wie eine Welt nach dem Kapitalismus aussehen könnte. Allerdings hofft er (genau wie ich), dass das kapitalistische System sich aktuell in seinem Endstadium befindet und wir diese Ausbeutung von Umwelt und Menschen zugunsten einiger weniger Oligarchen in den nächsten Jahrzehnten überwinden werden!

In meinen Augen ein sehr wichtiges Buch, welches ich jedem aufgeklärten Menschen ans Herz legen möchte. Ich werde es sicherlich nicht nur einmal gelesen haben. Und so wandert dieses Druckwerk in meine, wohlgemerkt sehr kleine Sammlung an Büchern.

Das Buch „Was ist so schlimm am Kapitalismus? Antworten auf die Fragen meiner Enkelin“ von Jean Ziegler* ist erschienen bei C.Bertelsmann und kostet 15€. Es ist auch in jeder Bücherei, ggfs. über die Fernleihe zu entleihen.

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