Natur, Reise
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Souvenirs

Was haben all die von Touristen überrannten Sehenswürdigkeiten und Ferienorte gemeinsam?
Nun, ganz einfach: Überall gibt es Souvenirshops. Überall werden wir als Reisende dazu angehalten, uns mit Andenken für uns selbst und Mitbringsel für die Daheimgebliebenen auszustatten. Dazu haben sich die vielen kleinen Läden mit, meiner Meinung nach, Krimskrams an den vielen schönen Orten dieser Welt etabliert.
Der Königssee ist ein klassisches Beispiel, welches sich sogar im eigenen Land finden lässt. Um überhaupt an den See zu gelangen, muss man sich durch eine ganze Straße mit unzähligen kleinen Buden, Boutiquen, Restaurants und Cafés quälen, in denen es alles gibt, was einen an diesen Urlaub erinnern soll.
Dabei ist der Gedanke, sich in einem solchen Shop mit einem Erinnerungsstück zu versehen, doch eigentlich längst überholt. Ich kann mir gut vorstellen, dass es vor etlichen Jahrzehnten, solche Erinnerungsstücke noch sinnvoll waren, in Form von Postkarten mit Ortsmotiven beispielsweise. Dazu kommt, dass man in nahezu jedem Ort die gleichen Dinge kaufen kann, die sich nur noch in der Aufschrift des Ortes an den sie erinnern sollen unterscheiden.

Allerdings kann ich mich auch nicht ganz von dem Wunsch eines Erinnerungsstückes frei sprechen. Beinahe hätte ich in Hallstein einen überteuerten Pott „Kräutersalz“ gekauft, mich aber doch eines besseren besonnen. Denn ich hatte bereits, neben den Hunderten von Fotos, dich ich in den Tagen geschossen habe, ein Erinnerungsstück gefunden. Es hat nichts gekostet, kommt aus keinem Laden und erinnert mich, an die schmerzliche Erkenntnis, wie weit die Gletscher in den Alpen schon geschmolzen sind und wie schnell dies in den letzten Jahren vonstatten geht. Am Großglockner bin ich den Berg hinabgestiegen und konnte anhand von Schildern, die den Gletscherstand in den letzten Jahrzehnten anzeigten, einschätzen, sie schnell dies geschieht. Unten habe ich das Eis unter meinen Füßen schmelzen gefühlt. Irgendwie ein trauriger Anblick und ein beklemmendes Gefühl, auf einem Zeichen des Klimawandels zu stehen.
Um an genau dieses Gefühl erinnert zu werden, habe ich drei Steine mitgenommen, die der Gletscher erst in letzter Zeit freigegeben haben muss. Diese habe ich nun neben meinem Buddha gestapelt. Als Erinnerung.

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