Finanzen, Minimalismus, Wohnen
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Sperrgut

Seit über zwei Jahren verkleinere ich mich nun regelmäßig. Und wie das nun mal so ist, habe auch ich mit den kleinen Dingen angefangen. Das Meiste ist schon lange aus meinem Leben verschwunden. Und die Dinge, die noch da sind, sind groß.
Mit groß meine ich nicht unbedingt die reine Größe, sondern auch das Gewicht, den finanziellen Wert sowie auch den ganz persönlichen Wert der einzelnen Gegenstände. Es wird immer schwieriger diese Dinge loszuwerden, sei es logistisch oder mental.
In meinem Fall sind es beispielsweise Möbel, die ich einfach nicht loskriege, die aber auch nicht auf den Sperrmüll werfen möchte. Oder es sind teurer Gegenstände, wie ein altes Notebook. Grade bei elektronischen Geräten habe ich immer eine leichte Hemmung, diese zu verkaufen, weil der Aufwand und der evtl. mit dem Verkauf verbundene Ärger (Versandverluste oder Unstimmigkeiten), im Vergleich zum meisten Kleinvieh, viel höher ist.
Aber auch wenn die Überwindung groß ist, so habe ich mir aktuell die Zeit genommen und mich an genau diese Sachen heran gewagt.

Etwa die Hälfte meines “Sperrguts” bin ich bereits losgeworden. Dies restlichen stehen noch aus. Das Schöne ist, dass vieles noch richtig viel Geld abwirft, wenn auch meist nicht so viel, wie ich es mir wünschen würde. Doch das freie Gefühl, welches sich nach jedem abgegebenem Teil einstellt, ist wunderbar. Auch wenn es mir langsam etwas peinlich wird, fast jeden Tag bei den Versandshop meines Vertrauens neue Pakete auszugeben.

Da ich mich jetzt wieder intensiver mit dem Verkauf und anderen Wegen des Loslassens von Gegenständen beschäftigt habe, werde ich hier in den nächsten Tagen eine kleine Zusammenfassung meiner Strategien einstellen.

Wie werdet Ihr Euer Zeug los? Verkaufen, Verschenken und Spenden? Oder entsorgen? Wo ist für Euch die Grenze zwischen Aufwand und den eventuellen Gewinn?

11 Kommentare

  1. Ich antworte jetzt einfach mal so auf die vielen und tollen Kommentare. Vielen Dank für Eure Gedanken!

    Es ist wohl so, dass wir alle irgendwie die gleichen Erfahrungen gemacht haben oder noch machen. Der Eine stehr da noch am Anfang und der Nächste schon viel weiter ist.

    Aber grade im letzten Beitrag von der Regenfrau fand ich mich besonders wieder, da ich diese Erfahrung auch immer wieder mache: In Gäste- oder Hotelzimmern sowie in Ferienferienwohnungen erlebe ich immer wieder diese kozentrierte, aufs wesentliche und deshalb sehr inspirierende Einrichtung. Es wirkt befreiend und durch den Vergleich mit der eigenen Wohnung, spornt es immer wieder zum eignen Ausmisten an. Das finde ich immer wieder schön!

  2. Wir sind auch grade bei den Möbeln angelangt. Da fällt es ehrlich gesagt besonders schwer. Wie Du schon sagtest, hat alles mal viel Geld gekostet und logischerweise bekommt man nicht mehr ganz soviel dafür.

    Positive Erfahrung beim “Sperrgut”: Selbstabholer machen den Verkauf schnell und unkompliziert. Durch die Anfahrt, ist es auch noch nicht passiert, dass ein Interessent das Teil nicht mitgenommen hat.

    Weggeworfen wird nichts, da verschenken wir lieber im Sinne des “gemeinschaftlichen Konsums” 😉
    LG Jack & Emi

  3. Hallo Daniel,

    ich bin über ebay-Kleinanzeigen eine Menge größerer Dinge losgeworden und habe, wie Du auch, die Erfahrung machen können, dass dabei noch jede Menge Geld wieder reinkommt. Ganz zu schweigen von dem guten Gefühl, dass die Dinge nun für jemand anderen wieder Bedeutung bekommen …

    Lediglich der Aufwand ist ungleich höher, als beim Wegwerfen bzw. Spenden. Er lohnt sich also in der Regel nur bei “höherwertigen” Dingen.

    Viel Erfolg weiterhin und ich bin schon gespannt auf die Vorstellung Deiner Strategien!

    Viele Grüße,
    Anja

  4. Kevin sagt

    Hallo Daniel,

    ich habe die meisten Sachen über Ebay und Ebay Kleinanzeigen verkauft.
    Wiederum sehr viele Sachen auch weg geschmissen(aus zeitlichen Gründen) oder gespendet.
    Manche Dinge wurden an Freunden verschenkt, wenn ich wusste, dass sie es gebrauchen konnten.
    Warme Klamotten oder Campingausrüstung die ich nicht mehr benutze, wurden bei der Kältehilfe für Obdachlose gespendet.

    Mein WG-Zimmer ist nicht leer, aber inzwischen sehr minimalistisch.
    Bin aber immer noch dabei jeden Tag sachen los zu werden. Demnächst bringe ich meine komplette Büchersammlung zum Buchhändler. Meine Fachliteratur werde ich nach dem Studium auch noch verkaufen.
    Und im Keller werde ich demnächst auch anfangen alles auszuräumen, so dass am Ende nur noch das Rad drinne steht.

    Z.B die ganzen großen Verpackungen von den elektronischen Geräten, die man früher gerne immer im Keller aufbewahrt hat, aus Gründen wie Garantie, prakitsch für den Umzug etc. , werde ich auch noch weg schmeißen.
    Weitere Verpackungen kommen nur noch selten hinzu, da ich meine wenigen technischen Geräte(Smartphone,Ebook-Reader,Laptop) solange benutze bis sie nicht mehr reparierbar sind bzw. die Reparaturkosten nicht den Rahmen sprengen.

    Das Gefühl danach ist immer wieder toll und befreiend.

  5. Das meiste werf ich einfach weg – keene Zeit. 2 Sachen bei Ebay Kleinanzeigen vertickt. Hat Spaß gemacht! Meine Ex-Schränke hab ich den Studenten im Haus geschenkt. DIE haben jetzt dieses Erstickungsgefühl. Ihr wisst, was ich meine 😉

    Meine Wohnung ist schön leer. Ich brauche Platz zum Tanzen.

  6. Regenfrau sagt

    Hi,
    bin auch gerade dabei ziemlich auszumisten, nachdem ich ein langes Wochenende in einer extrem minimalistischen Wohnung Urlaub machen durfte: Welch Wohltat für meine Nerven!
    So Kleinkram aus der Küche, sowie nicht mehr verkaufbare Bücher “verteil” ich gern im Park oder am Bahnhof, manchmal mit einem Zettel: zu verschenken/nimm mich mit. Nach wenigen Stunden ist immer alles weg.
    Anderes stelle ich am Wertstoffhof ab, dort gibt es einen Raum in dem noch gut erhaltene Dinge abgestellt werden, die sich dann andere einfach mitnehmen können.
    Auch mir ging es so: erstaunt, wieviel Geld doch noch manches bringt.
    Seit ich weniger besitze lebe ich viel zukunftsorientierter und DAS macht mir richtig gute Laune, als ewig im alten Müll zu wühlen und die Vergangenheit wieder raufholen.
    Aus alten Kassetten, deren Bänder hab ich einige als Geschenkband genutzt, überhaupt zweckentfremde ich gerne Dinge.

    Frohe und leichte Grüße :-))

  7. Kurzinfo:
    Die Kleinanzeigen über Ebay und Kalaydo laufen im Moment wieder richtig gut.
    Ob’s an der Jahreszeit liegt?

    Es lohnt sich auf jeden Fall, die Anzeigen länger online zu lassen. Hab schon Dinge verkauft, für die sich fast 1 Jahr niemand interessierte.

    • Im Moment scheint wirklich eine gute Zeit zu sein. Aber diese Kleinanzeigen machen mich psychisch fertig! Was für unverschämte Mails ich da teilweise erhalte, is echt der Knaller. Und das raubt dem Ganzen den Spaß!

      • Meinst Du sowas, wie “Was ist letzte Preis?” 😉

        Mittlerweile werden die rigoros gelöscht. Genauso irgendwelche unverschämten Preisangebote. Nachdem wir die Autos über Kleinanzeigen verkauft haben, kann uns da nix mehr schocken…

        • Genau so etwas! Ich mein, gibt es echt Leute die darauf reinfallen? Irgendwann müssen die Versender doch merken, dass das nix bringt. Oder denke ich schon wieder zu anders??
          Und was ist das eigentlich für eine Art, sofort nach einer Handynummer zu fragen? Vielleicht hat das ja einen Grund, warum diese nicht in der Anzeige direkt steht… =D

          • oh oh, bitte nicht aufregen… die haben Dich ja wirklich fertig gemacht 😉

            Habe den Eindruck, es gibt “Adresssammler”. Man darf wirklich nicht naiv sein und einfachseine Handynummer, Kontonummer und Adresse an Fremde versenden. Manche wollen sogar, dass man die Ware schon vor Geldeingang verschickt. Nix da!
            Einige Menschen scheinen aber darauf rein zu fallen, sonst würden die das bestimmt nicht so durchziehen.

            Hinter der Anonymität des Internets fühlen sich viele schräge Menschen einfach sicher. Das sieht merkt man auch am Ton gewissen (IT-)Foren. Alle haben eine große Klappe. Würde die gern mal im realen Leben sehen. Na ja, off-topic.
            Mach Dir noch einen schönen Feierabend!

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