Psychologie, Technik
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Tracking

Ich habe mir jetzt einige Wochen über das Thema Tracking im Internet nachgedacht. Es geht also um das Aufzeichnen und Auswerten des Verhaltens von Webseitenbesuchern.
Bereits vor etwa einem Jahr bin ich dazu übergegangen, es vielen Webseitenbetreibern die Überwachung meines Verhaltens schwer zu machen. Dazu nutze ich ein paar kleine Tricks und Programme:

  • Als Browser nutze ich, trotz der vielen Kritikpunkte, weiterhin den Open-Source-Browser Firefox. Ja, ich weiß dass es schnellere und schönere Browser gibt, aber eine Funktion, die bei anderen fehlt oder sich nur durch Zusatzprogramme hinzufügen lässt fehlt bei allen: Das Löschen von sämtlichen Benutzerdaten beim Schließen des Browsers. Die lässt sich im Firefox einfach einstellen und gewährleistet, dass keine Cookies oder anderer Trackingcode im Speicher des Browsers verbleiben und mein Rechner beim erneuten Besuch der Webseite nicht ganz so einfach identifizierbar ist.

Zudem nutze ich einige Plug-ins:

  • Am effektivsten hat sich das Plug-in Ghostery erwiesen. Es blockt derzeit ca. 1360 verschiedene Zählpixel und ca. 750 unterschiedliche Cookies, unter anderem die solch bekannte Delinquente wie Google Analytics oder diverse Facebook-Methoden.
  • Die meisten Trackingmethoden werden genutzt um personalisierte Werbung auf den Bildschirm des Nutzers zu zaubern. Um dem schon vorweg aus dem Weg zu gehen, nutze ich Werbeblocker wie Adblock für den Browser. Einmal installiert filtert das Programm die Werbung fast vollständig vom Bildschirm.

In der Vergangenheit habe ich zur Messung der Besucherzahlen Google Analytics verwendet. Es ist schon irgendwie toll und interessant zu sehen, wie viele Besucher dieser Blog in den letzte Wochen und Monaten besuchten.
Aber wozu möchte ich das eigentlich wissen? Habe ich durch dieses Wissen irgendeinen Vorteil oder kann etwas spezielle draus lesen? Oder ich den längeren oder fühle ich mich mit drei Besuchern mehr besser oder zwei weniger schlechter? Alles schwachsinn…
Ich betreibe diese Seite, mehr oder weniger, für mich. Ich schreibe hier meine Fortschritte und Gedanken öffentlich und komme so durch die vielen Kommentare der letzten Einträge mit Euch, liebe Leser und Mitblogger, in Kontakt. Das sehe ich als die wirkliche Errungenschaft dieser Seiten hier an. Ich will hier weder Werbung oder Produkte verkaufen, noch muss ich deshalb diese Seite durch diverse Tricks und Kniffe super effektiv gestalten, um noch mehr Leser anzulocken. Wem dieser Blog gefällt, wird vielleicht wieder reinlesen oder einen Kommentar hinterlassen. Wem die Themen oder die Seite nicht gefällt, dem muss ich sie auch nicht durch Seitenanalysen oder -statistiken und besonders zielgerichteten Artikel schmackhaft machen.

GAdis

Deshalb habe ich mich entschieden, vorerst keine Besucherzahlen mehr zu erheben. Somit ist dieser Blog komplett Tracking frei und Ghostery findet hier auch nix. Kein Google Analytics, kein Facebook oder Twitter-Gedöns. Nix.

6 Kommentare

  1. Mark Ritter sagt

    Eine interessante Sichtweise, die ich zum Teil gut nachvollziehen kann. Es hilft wirklich nichts auf eine Statistik seines blogs zu starren und zu überlegen, wie man noch mehr Leser bekommen könnte. Denn wenn es darum ginge, müsste man sich wohl ein anderes Thema als den Minimalismus suchen und anfangen nur über Technik und Produkte zu schreiben. Aber das ist ja nicht der Grund, warum man einen blog hat. Und kurz für mich zusammengefasst: Jeder Kommentar wiegt 100 Klicks spielend auf. So wie echte Zuhörer beim podcast und ernst gemeintes Feedback.

  2. Dem kann ich mich nur anschließen: ein Kommentar ist so viel mehr wert als 75 oder was weiß ich wie viele Klicks…

    Über das Thema muss ich allerdings immer mal wieder nachdenken. Denn fb-Fans oder weitere Follower bei Twitter sind schon auch wertvoll, wenn man plötzlich feststellt, es gibt noch mehr Menschen, die ähnlich denken und noch mehr Mehrwert für einen selber und das Blog möglich machen.
    Du siehst, ich bin da noch was hin und hergerissen, auch wenn ich vor ein paar Wochen ebenfalls mein Getwitter vom Blog entfernt habe…

  3. Dennis sagt

    Danke dir für diesen Artikel. Ich kann dir nur zustimmen, Ghostery und ABP sind ein MUSS!

    Was die Besucherzahlen Analyse angeht kann ich nicht so ganz vollziehen. Wenn privat Personen Webseiten, Podcasts oder Blogs aufsetzen liegt doch die Motivation in der Verbreitung der Sache, dem Spaß und der Vernetzung. Unterstelle ich jetzt mal allen Hobby-Admins.
    Wenn keine Kommentare oder anderes Feedback mit der Zeit eintrudelt, ist die Frage ob der private Impuls weiterhin stark ist. Da denke ich, können Besucherzahlen durch ihre Niederniederschweligkeit (der User muss nichts tun und generiert automatisch den Wert) stark anspornen.
    Und wenn dir Google Analytics nicht mehr zu sagt, was hältst du von klassischen Mitteln wie z.B Web Countern (http://www.simplehitcounter.com/)?

    Viele Grüße.

  4. So, bis zu Deinen März-Seiten bin ich schon gekommen.

    AdBlock(Plus) oder ein vergleichbares Werkzeug und NoScript sind ein Muss beim Fuchs.
    Das von Dir vorgestellte Ghostery werd’ ich mir einmal ansehen.
    Vielen Dank für Deine vielseitigen Artikel.
    Da darf es ruhig regnen in meinen Ferien …

  5. Prot sagt

    Die aktuellen Ereignisse zeigen leider das solche Maßnahmen nur psychologischen Sinn machen. Aber so ist das eben. Es ist ja auch nicht jeden bekannt das Ghostery die Daten was es geblockt hat genau an jene weiter verkauft die es blockt, siehe Chip Artikel.
    Es ist halt das Internet ein “Segen und ein Fluch” 🙂

  6. Pingback: ByeBye Facebook und Google Analytics | Apfelmädchen & sadfsh

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