Psychologie
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Über den Tod und das Leben davor

Holzkreuz mit HerzVor einigen Tagen habe ich im Kino den Film „Der geilste Tag“ gesehen. Es handelt sich dabei um eine Komödie mit zwei todkranken Männern in den 30ern, die vor ihrem Tod noch ihren „geilsten Tag“ erleben wollen. Der Streifen ist trotz des ernsten Themas sehr fröhlich gehalten und hinterlässt auch eigentlich kein schlechtes Gefühl beim verlassen des Kinos.

Mich jedoch stimmt das Thema Tod immer sehr, sehr nachdenklich. So drehten sich schon während des Films meine Gedanken.
Ich denke, in unserer aktuelle Gesellschaft wird das Thema Krankheit, Streben und Tod allgemein sehr gut verdrängt. Eine Auseinandersetzung mit dem Thema findet aus meiner Sicht nur sehr begrenzt statt.
Stattdessen lassen wir uns voll von unserem Alltag einnehmen und lenken uns mit Arbeit, Freizeitstress und Konsum wunderbar ab. Und vergessen so, die richtigen Fragen zu stellen.

  • Lebe ich mein Leben so, wie ich es wirklich will?
  • Verbringe ich meine wertvolle Zeit mit den Dingen, die mich erfüllen und glücklich machen?
  • Was sind meine wirklichen Wünsche und Träume?
  • Erfüllt mich die Tätigkeit, die ich Arbeit nenne? Ist es eine für mich sinnvolle Arbeit?
  • Lebe ich an dem Ort, an dem ich wirklich leben möchte?
  • Bin ich in der Beziehungsform bzw. mit dem Partner zusammen, mit dem ich mein Leben teilen möchte?
  • Erfüllt mich auch mein Alltag? Oder ist dieser nur ein Warteraum bis zum nächsten freien Tag, nächstem Urlaub oder der nächsten Gehaltszahlung?

Vielleicht stellen wir uns ja auch diese Fragen von Zeit zu Zeit. Aber wer von uns zieht auch wirklich die Konsequenzen aus seinen Überlegungen? Wer handelt nach seinen eigenen Antworten, ohne sich von außen beeinflussen oder umstimmen zu lassen? Wer von uns entscheidet sich nicht für den einfachen Weg und versucht sein Möglichstes, um seinen Eigenen zu gehen?

Ich stelle mir oft diese und viele weitere Fragen. Vielleicht schon zu viele. Und die Antworten auf diese Fragen sind nicht immer die Richtigen. Ich wünschte, ich hätte mehr Mut, mehr Kraft, mehr Egoismus und mehr Willen, mich diesen Fragen ernsthaft zu stellen und die Konsequenzen zu ziehen.

Einer der Hauptcharakter in diesem Film stellt sich am Anfang der Reise auch die Frage, was er denn eigentlich noch in seinem Leben machen und erreichen will. Aber er hadert sehr mit dieser Frage. Auch wenn er sich anstrengt, so richtig fällt ihm nichts dazu sein.
Diese Leere kenne ich persönlich nur zu gut. Wenn irgendwie alles sinnlos erscheint und sich nichts wirklich lohnt, wie findet man dann seinen eigenen Weg? Wie findet man seine wirklichen Wünsche heraus? Und wenn man dann etwas gefunden hat, was seinem wahren Wesen entspricht, wie findet man dann, bei schwierigen Wünschen und Entscheidungen, den Willen, die Durchsetzungskraft und den Mut, sich an die Umsetzung zu machen?

Filme und Bücher über, aber auch persönliche Erfahrungen mit dem Tod lassen uns wieder über diese Fragen und unser Leben nachdenken. So schnell kann es stark eingeschränkt oder komplett vorbei sein. Dann hätten wir nicht mehr die Zeit und/oder die Kraft, unsere Wünsche und Träume zu verwirklichen.
Wir leben aber auch in dem wunderbaren Trugschluss, dass unser Tod noch sehr weit entfernt ist. Wir kennen nicht das Datum, an dem wir diese Welt verlassen werden. Zwar kann das schon morgen sein, aber wir wiegen uns in der Sicherheit, ja noch sooo viel Zeit zu haben. Diese falsche Sicherheit macht uns träge und lässt uns unsere Wünsche und Träume auf später verschieben. Einen vermeintlich günstigeren Zeitpunkt mit mehr Geld, mehr Kraft, mehr Zeit oder einfach günstigeren Umständen.
Warum sind wir so naiv? Warum tun wir nicht heute schon unser Menschenmöglichstes, unser Leben so zu gestalten, wie wir es uns wünschen? Wieso verplempern wir unsere kostbare Zeit mit Arbeit, die keinen wirklichen Sinn hat und sogenannte „Freizeit“, die aus ebenso sinnlosem Geldausgaben und Konsum besteht?

Ich weiß es nicht…

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