Minimalismus
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Warum Minimalismus kein Endzustand ist

(C) Marco / flickr.com

Minimalistisch Leben ist nicht immer einfach! Vor allem erfordert es kontinuierliche Aufmerksamkeit. Denn lässt man sein Leben einfach mal für ein paar Wochen dahin schlendern, schleichen sich schnell wieder alte Verhaltensweisen ein.

Aktuelles Beispiel bei mir ist mein Schreibtisch: Grundsätzlich müsste da eigentlich nichts weitere stehen, außer halt der Laptop und eine Computermaus. Ich weiß, dass viele selbst diese nicht mehr benötigen, aber ich will nicht auf eine verzichten.
Leider sieht mein Schreibtisch aktuell etwas anders aus. Schon seit Jahren nutze ich einen sehr alten, externen Monitor sowie eine Tastatur, die ich an meinen Laptop anschließe. Ich finde es einfach ergonomischer als nur auf dem kleinen Laptop zu schreiben.
Daneben hat sich unter meinem Schreibtisch ein Desktoprechner gesellt. Theoretisch lassen sich darauf sogar ein paar Games zocken, was ich aber bisher nicht gemacht habe. Er steht viel mehr dort, weil sich in mir immer wieder der Wunsch nach einem Desktoprechner regt, wenn dort keiner steht. Komplett irrational… Doch ab und zu nutze ich diesen Rechner durchaus mal, weil ich immer mal wieder einen Rechenknecht oder für einzelne Programme das Windows-Betriebssystem benötige.
Auf dem Schreibtisch steht seit geraumer Zeit noch ein kleiner, ebenfalls alter Flachbild-TV. Diesen nutze ich, um alte Spielekonsolen zu testen. Ich komme in letzter Zeit immer mal wieder an welche, repariere und bereite diese auf. Dazu ist der kleine Fernseher wesentlich handlicher, als mein Großer, an dem die verschiedenen Anschlüsse nur schwer zugänglich sind.
Kurz gesagt: Mein Schreibtisch ist voll! Irgendwo stört mich dies, auf der anderen Seite ist es aber auch durch meine Tätigkeiten vorgegeben.

Was ich mit diesem Beispiel sagen will ist, dass es nicht immer einfach ist, alles so minimalistisch zu halten wie man er gerne hätte. Natürlich könnte ich damit aufhören, die alten Konsolen zu reparieren. Nur würde das am Ziel vorbei schießen, weil ich das halt ziemlich gerne tue und es mir viel Spaß macht. Demnach wäre es Quatsch, einfach alles abzubauen.
Wenn ich kein Minimalist wäre, dann würde es mir aber vielleicht gar nicht auffallen, dass mich mein Schreibtisch-Setup innerlich aufwühlt. Nun sehe ich mich aber durchaus als Einer und demnach habe ich mir viele Gedanken um meinen Arbeitsplatz gemacht. So kam ich zu folgendem Kompromiss:

Ich habe den alten Monitor erst einmal vom Schreibtisch genommen und meinen Laptop mit einem anderen Kabel an den TV anschlossen. So lässt sich dieser sowohl als Monitor für den Laptop als auch für den Rechner unterm Schreibtisch nutzen. Ich weiß, dass es wohl sinniger wäre, den Rechner unterm Tisch gleich auch zu entfernen, aber diesen benötige ich aber leider ab und zu als „Rechenknecht“. So ist zumindest ein bisschen mehr Platz auf dem Schreibtisch und ich kann alle meine Aufgaben mit einem Gerät erledigen.

Dadurch, dass mir mein „Problem“ bewusst wurde, habe ich nach einer Lösung gesucht und auch eine gefunden. Und genau das ist es, was ein Minimalist tut: Er identifiziert einen Bereich in seinem Leben, mit dem er unzufrieden ist, weil dieser „zu voll“ ist. Nun denkt er drüber nach und vereinfacht diesen. Was nicht bedeutet, dass er sich ganz davon frei Sprechen kann, dass in anderen Bereichen es nicht wieder “voller” werden kann.

Aus meiner Sicht ist der Minimalismus kein Endziel, welchen man erreichen kann. Es ist kein Punkt im Leben, an dem man ankommt und dann dort bis zum Ende seines Leben verbleiben kann. Viel mehr ist es eine Art Einstellung zum Leben, zu den eigenen Gegenständen, zu seiner Arbeit und den Menschen in seiner Umwelt. All diese Dinge unterliegen ständigen Veränderungen, an die es sich anzupassen gilt. Und mal macht man es sofort, mal erst, nachdem man lange über sich und seine Wünsche und Bedürfnisse nachgedacht hat.

Kennst Du es auch, dass sich machen Bereiche in Deinem Leben immer wieder von alleine füllen? Welche sind dies bei Dir? Und wie gehst Du damit um? Ich würde mich freuen, darüber etwas von Dir in den Kommentaren zu erfahren!

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