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Schlichtheit im Urlaub

Es war hier, schon am Anfang, ein bisschen ruhig. Das liegt weder an Unlust noch an mangelnden Gedanken. Ich bin im Urlaub und nach einer Woche auch endlich seelisch angekommen.
Wie in jedem Urlaub, den ich nicht in den heimischen Gefilden verbringe, fasziniert mich immer wieder ein Gedanke: Wie wenig man doch wirklich zu einem glückseligen Leben braucht.
Am liebsten habe ich ein Hotelzimmer, welches ich nur für einige Tage bewohne. Ich mag diese Schlichtheit, die Konzentration auf das Wesentliche und die minimalistische Klarheit. Wobei jedes Hotel seine ganz eigne Definition haben kann.
Das Gleiche, nur in groß, bildet die Ferienwohnung ab. Im ersten Moment, in dem ich eine solche Wohnung betrete, ist sie ein unbeschriebenes Blatt. Alles ist im entstehen begriffen: Wie fülle ich den Kleiderschrank und den Kühlschrank? Wie stelle ich die Stühle und den Tisch auf dem Balkon? Wo richte ich mir meine „Schreibecke“ ein? Ich entscheide alles von Grund auf neu. Ein kleiner Neuanfang.
Interessant finde ich aber vor allem das Gepäck, mit dem man reist. Viele Menschen meinen auch im Urlaub auf nichts verzichten zu können und schleppen alles mit, was sie meine, irgendwann einmal gebrauchen zu können. Ich muss zugeben, bei mir ist es in Ansätzen auch noch so. Allerdings spielt bei mir immer noch dieses schreckliche Vorsichtsdenken eine Rolle. Ich habe noch für jeden Tag T-Shirts mitgenommen, allerdings sehe ich es jetzt als so eine Art Test. Viel viel brauche ich wirklich und was hätte ich mir sparen können? Kann ich meine Sachen teilweise hier vor Ort waschen ohne, dass es in Stress ausartet? Brauche ich wirklich all dieses technische Spielzeug?
Zu vielen Dingen kann ich nun beruhigt „nein“ sagen und sie bei der nächsten Reise Zuhause lassen. Und T-Shirts habe ich in den letzten Tagen hier gewaschen. Und mich wunderte es, wie viel Spaß die Handwäsche machen kann.