Finanzen
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Wie ich meine Finanzen im Überblick behalte

Im letzten Artikel habe ich kurz meine aktuelle Situation meiner Finanzen geschildert. Heute möchte ich Euch mein System vorstellen, welche ich in den letzten 10 Jahren für mich erarbeitet habe. Natürlich ist dieses System nicht star, aber die Grundzüge sind seit Jahren die gleichen und funktionieren sowohl mit einem normalen, als auch mit einem niedrigen Einkommen. Wobei Not ja bekanntermaßen erfinderisch macht, weswegen ich sagen würde, dass es grade bei wenig Geld sehr gut funktioniert.

Regelmäßige Ausgaben

Die regelmäßigen Ausgaben werden in einer Exceltabelle aufgeführt, in der ich nachhalte, wann diese vom Konto abgebucht werden. So weiß ich schon am Monatsanfang, wie viel Geld am Ende am Monat übrig bleiben sollteeines von zwei separaten Sparkonten.

Übersichtstabelle

Meine Tabelle der monatlichen Ausgaben mit Beispielrechnung.

Bankkonten

Eines der Sparkonten mit weniger Zinsen, welches bei derselben Bank liegt, nutze ich als Puffer für unvorhersehbare Ausgaben, wie beispielsweise Nachzahlungen oder Reparaturen. Das zweite Konto, auf dem alles über einem bestimmten Betrag landet, ist ein reines Sparkonto, welches bei einer anderen Bank liegt. Dies ist entscheidend, weil ich so immer eine Überweisung tätigen muss, die mindestens einen Tag dauert, um an mein Geld zu kommen.
Dieses System aus Girokonto sowie den beiden Sparkonten hat für mich den Vorteil, dass es Spontankäufe unterbindet. Da ich kein überschüssiges Geld auf dem Girokonto habe, kann ich natürlich auch nichts mit Karte bezahlen. Wobei sich dies für mich schon immer verboten hat. Das erleichtert es mir, den Wert des Geldes nicht zu vergessen. Und brauche ich das Geld, muss ich es erst von einem der beiden Konten überweisen.

Budgets

Daneben arbeite ich seit Neustem mit einem Budgetsystem. So etwas kann man virtuell mit entsprechenden Apps oder aber auch ganz klassisch mit einfachen Umschlägen machen.
Ich weiß beispielsweise, dass ich mindestens einmal im Jahr mit dem Auto in die Werkstatt muss. Und das wird meist teuer. Also mache ich aus solchen Ausgaben einfach eine monatliche Vorauszahlung in ein entsprechendes Budget. Hierzu teile ich am Monatsanfang einen bestimmten Betrag in das entsprechende Budget ein und spare so das Geld an.
Das mache ich auch mit eigenen Wünschen so. So habe ich etwa ein entsprechendes Budget für den Austausch meines Handys, für Videospiele oder eine neue Matratze, wenn die Zeit gekommen ist.

Taschengeld
Die App "Haushaltsbuch Pro"

Die App „Haushaltsbuch Pro“

Alle Ausgaben, die nicht regelmäßig vom Konto abgebucht werden, regle ich über mein „Taschengeld“ (was ich machmal auch „Handgeld“ nenne). Dabei hat es sich für mich als am besten erwiesen, mir einen fixen Betrag jeweils am Freitag auszuzahlen. Mit diesem Geld muss ich dann über die Woche auskommen.
Immer mal wieder versuche ich, diese Ausgaben zu überwachen. Mal mit einer weiteren Exceltabelle, mal mit einer App. Im Moment verwende ich die Android-App „Unser Haushaltsbuch Pro“. Nachteil ist zwar, dass ich die „Einnahmen“, also mein wöchentliches Taschengeld, sowie die Ausgaben nur am Handy verwalten kann. Jedoch habe ich mein Handy immer dabei und kann schnell die Ausgaben nebenbei eintragen, anstatt alle Kassenzettel sammeln zu müssen und diese dann später in eine Tabelle übertragen zu müssen.
Beim Eintragen teile ich die Ausgaben in verschiedene Kategorien ein. Daneben runde ich immer ein bisschen auf. So habe ich den Vorteil, dass ich mich nicht mit dem Zählen von Kleingeld abgeben muss. Dieses wandert bei mir immer in eine Spardose, in der sich so ein paar Euros ansammeln. Pfand rechne ich ebenfalls als eine Ausgabe. So freue ich mich bei der Rückgabe über meine „Einnahmen“.
Ziel ist es natürlich, dass am Ende der Taschengeldwoche etwas übrig bleibt. Das ist teilweise auch notwendig, weil ich z.B. Benzin für mein Auto nicht jede Woche benötige, dies aber trotzdem über das Handgeld regle.
Und um das Ganze noch komplizierter zu machen, habe ich in der App für mein Taschengeld noch virtuelle Budgets festgelegt. So habe ich mir ein Limit für FastFood gesetzt, welches ich mir leider viel zu oft kaufe, wenn ich unterwegs bin.

Vereinfachung

Dieses System hat sich bei mir in über 10 Jahren entwickelt und etabliert. Natürlich ist es ein gewisser Aufwand, all die Informationen zusammenzutragen und den Geldfluss zu überwachen. Dabei frage ich mich aber auch, an welchen Stellen ich mein System vereinfachen kann.
Eine Frage ist, ob es wirklich notwendig ist, zwei verschiedene Sparkonten zu besitzen. Derzeit teste ich die Variante, mit nur einem Konto auszukommen. Aktuell nutze ich das Konto, bei dem ich mir ohne Zeitverlust Geld überweisen kann. Es gilt aber zu beobachten, ob ich damit nicht in die Versuchung komme, an das Geld heranzukommen. Das Geld sofort auf dem Konto zu haben ist zwar toll, aber wenn ich einen Tag drauf warten müsste, dann verfliegt vielleicht auch der Kaufwunsch wieder.
Ansonsten könnte ich auf meine HaushaltsbuchApp verzichten. Da ich mir eh nur einen kleinen Betrag als Taschengeld auszahle, ist es auch nicht so schwer, den Überblick zu behalten. Allerdings merke ich, dass ich mit dem Haushaltsbuch doch weniger ausgebe. Zwei Euros ausgeben tut zwar nicht wirklich weh, aber die gleichen zwei Euros in die App eintragen, ist eine andere Sache. Dort ist es schwarz auf weiß festgehalten und summiert sich in den entsprechenden Kategorien. Und eine Woche ist schnell vorbei: Ich freue mich riesig, wenn ich die zwei Euro am Ende der Woche über habe. Haben oder nicht haben…

Jetzt interessiert natürlich, wie ihr mit Euren Finanzen umgeht. Bereits in den Kommentaren des letzten Artikels haben mir viele von euch geschrieben, wie sie ihre persönlichen Finanzen organisieren. Wen ihr einen Blog habet, dann schriebt doch auch einen Artikel. Diesen werde ich dann hier unter meinem Text verlinken. Oder schreibt es einfach in den die Kommentare. Ich bin gespannt auf eure Tipps und Kniffe!

9 Kommentare

  1. Hallo Daniel!

    Wie Du es hier beschreibst ist sehr ähnlich wie ich es auch mache. Ich habe es allerdings ohne App einfach mit 2 Excel-Listen für regelmäßige und unregelmäßige Zahlungen gelöst. Das Konto für die unregelmäßigen Zahlungen wird mit den budgetierten Beträgen dotiert.

    Mit den Excel-Listen behalte ich die Übersicht über meine beiden Konten, die im Prinzip damit abgebildet sind. Alles was übrig bleibt, ist mein Taschengeld 😉

    Was nicht verbraucht wird, kommt aufs Sparkonto, das ist also das 3. Konto, das ich besitze.

    lg
    Maria

  2. Ich habe bis vor ein paar Jahren auch noch sehr genau Buch geführt, mittlerweile ist mir die Konsumverzögerung so in meine DNA eingeprägt, dass ich keine Buchhaltung mehr führe. Weder auf dem Papier, noch digital. Aber eines mache ich doch entscheidend anders und ich stelle mal wieder fest: Jeder Jeck ist anders. Ich versuche nämlich so viel wie möglich mit Karte zu zahlen. Ein oder zweimal im Jahr schaue ich dann doch mal gezielt auf mein Konto und Schreibe auf, wofür in einem „normalen“ Monat mein Geld draufgegangen ist. Meine fixen Kosten habe ich auf Papier in meinem Kalender stehen. Die überprüfe ich dann regelmäßig. Zum Beispiel werde ich es diesen Sommer endlich schaffen meinen Handvertrag auslaufen zu lassen und meine mtl. Kosten von 40 Euro auf nur 6 zu reduzieren. Das finde ich schon ziemlich überraschend für mich, mir mein smartphone in den letzten Jahren als unantastbares Ding galt.

  3. Hallo Daniel,

    tolles Thema, dem du dich da widmest. 😉

    Ich handhabe meine Finanzen seit Jahren so einfach und simpel wie möglich (dazu schrieb ich bereits ein paar Worte):

    Girokonto für alles was rein- und rausgeht zuzüglich eines Notfallgroschens
    Depot für alles was ich im Moment definitiv nicht benötige (10 Jahre+)

    Hinzu kommen ein paar weitere Konten (Depot für Vermögenswirksame Leistungen vom Arbeitgeber und ein alter Bausparvertrag, der vor sich hindümpelt).

    Das mit dem Haushaltsbuch habe ich einige Male versucht, bin aber immer wieder daran gescheitert. Ich kaufe allerdings extrem wenig zusätzliches Zeug und frage mich bei wirklich jedem Kauf, ob ich diesen wirklich tätigen muss, um mein Leben zu bereichern. Außerdem wiege ich jedes Mal meine Opportunitätskosten ab (was könnte ich mir davon stattdessen kaufen?) ab. Ich spreche hier von allem, was ich nicht zwingend für die Lebenshaltung benötige.

    Dabei hilft mir, dass ich keinen Mindestlebensstandard habe, sondern mir vor einiger Zeit einen maximalen Lebensstandard zugesprochen habe. Und diesen versuche ich immer wieder zu hinterfragen und zu überdenken. Manchmal kommt dann doch etwas hinzu, aber häufiger kann ich mich von weiteren bisherigen Standards trennen. Das klingt vielleicht jetzt krasser als es eigentlich ist. Meiner finanziellen Situation hat es bisher immer sehr gut getan.

    Ich kann meinem Namensvetter da nur beipflichten:

    […], mittlerweile ist mir die Konsumverzögerung so in meine DNA eingeprägt, […]

    Allerdings habe ich bereits seit mehr als zwei Jahren nicht mehr meine Bankkarte zum Bezahlen genutzt.

    Ich versuche nämlich so viel wie möglich mit Karte zu zahlen.

    Das Thema Finanzen ist bei mir in trockenen Tüchern und nahezu verselbstständigt. Da mich dieses Thema aber trotzdem weiterhin brennend interessiert, lese ich sehr viel darüber und probiere auch sehr viel aus.

    Für Buch- und Blogempfehlungen stehe ich gerne Rede und Antwort.

    Viele Grüße
    Marco

  4. Hi Daniel,

    trotz Teenie-Kind hab ich viel weniger Posten als du. Schaue einfach online auf mein Konto und räume es zweimal im Monat ab bis zu einem bestimmten Wert und später füllt es sich einmal im Monat wieder auf. Haushaltsbuch brauche ich nicht. Dann kaufe ich fast nix mehr. Hab ich einmal gemacht. Vorräte leer und Hunger. Bringt bei mir nix. Ich versuche zu kaufen, was ich wirklich brauche oder was mich glücklich macht. Und hinterfrage es im Anschluss. Ich bin kein Zahlenmensch und mir wäre das zu kompliziert.
    Ich hab z. B. nur 29 € Strom, keine Katze, ein Anruf mit Handy pro Jahr 🙂 , kein Auto. Lebensmitteleinkauf pro Woche von 22 €. Drogerie und Lebensmittelvorräte 110 € im Monat. Dreimal im Jahr brauche ich dringend neue Klamotten weil ich mich neu erfinde. 🙂 Vielleicht sparst du noch für dein nächstes Auto an und lässt den Versicherungskram? Bringt nix. Da kriesgste nachher nix für. Insgesamt finde ich dein System gut, nur würde mich das selbst nerven weil ich zu Zahlen keine Emotion aufbauen, ihnen keinen Charakter zuordnen kann, außer der NULL.
    Ich habe Posten, für die ich nix ausgebe seit 20 Jahren. Z. B. für Medien oder Freizeit. So komm ich mit echt wenig Geld klar. Für das ich wiederum nicht arbeiten muss = Freiheit.
    Ich habe nur ein Konto und noch NIE mit Karte bezahlt. Also, ich hatte mal die Erkenntnis: Geld wird nicht mehr, wenn ich mich damit beschäftige. Deshalb lasse ich das. Ist auch Lebenszeit, die ich lieber mit mir selbst verbringe.

    Liebe Grüße – Tanja

  5. Moin

    Nutze keine Exel Tabelle, aber das Gegenstück von Apple, Numbers. Im Prinzip funktioniert meine Finazplanung ähnlich wie deine. Monatliche Ausgaben stehen fest, dazu kommen mehrere Budgets (Privates, Kleider, Sparen) Tauchen ungeplante Ausgaben auf werden sie aus den geplanten Budgets bedient, die dann natürlich weg fallen. 😉

  6. Tabellen ist immer noch das beste und einfachste Werkzeug dafür! 🙂 Ich nutze „Google Tabellen“…

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