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minimalistisches Schlafzimmer

Siatsu-MatteDer heutige Text zum Thema minimalistisches Schlafzimmer kommt von Gabi Raeggel, die unter anderem auf achtsame-lebenskunst.de auch über Minimalimsus bloggt.

Schlafen/Bett

Schlafbedürfnisse sind höchst unterschiedlich und sollten auch so behandelt werden. Manche lieben es hart, andere weich. Wer chronische Rückenbeschwerden und lädierte Bandscheiben hat, benötigt etwas völlig anderes, als jemand, der Probleme mit Hausstauballergie hat oder wieder jemand anderes, der topfit ist. Einige haben ein Wohnschlafraum und daher evtl. andere Bedürfnisse an die Schlafstätte, als wenn ein extra Schlafzimmer vorhanden ist.
Mein Tipp: Einfach mal eine zeitlang beobachten und hinfühlen:
Soll und muss es ein Bettgestell sein? Wenn ja, welches? Muss es wirklich neu sein? Will ich  in einem Plastikgestell liegen, geht es mir damit gut? Fühle ich mich in einem Stahlgestell wohl? Soll es Vollholz sein? Ist aus Platzgründen ein Hochbett gut (ergäbe ja vielleicht ein gewisses Tinyhouse-Feeling in der normalen Wohnung?) Wieviel will und kann ich investieren?
Nicht nur bei Lattenrosten, sondern auch bei Matratzen gibt es himmelweite Unterschiede. Und auch beim Wunsch hart oder weich zu liegen, gehen die Bedürfnisse weit auseinander. Bezüglich der generellen Qualität von Matratzen hat die Stiftung Warentest ihre Matratzentests der letzten 6 Jahre ausgewertet und festgestellt, dass teuer nicht gleichbedeutend mit gut ist – billig aber leider auch nicht. Hier heißt es: sich nichts vormachen lassen, genau hinschauen, informieren, probieren und bloß nicht vorschnell kaufen. Zum Test hier: Stiftung Warentest – Matratzen

Soll es die Matte auf dem Boden sein? Dann bedenken, dass die Matte ausreichend belüftet wird (hochstellen bzw. regelmäßig aufrollen bei Futons oder Shiatsu-Matten) oder Lattenrost o.ä. darunter legen. Der große Vorteil einer solchen Lösung ist, dass die Matte tagsüber weg gerollt werden kann und der Platz anderweitig genutzt werden kann (im Zeitalter teuren Wohnraums ein Segen).

Kleiderschrank

Auch hier ist natürlich die Frage, ob ich ein Wohnschlafraum oder ein separates  Schlafzimmer habe. Ob die Kleidung in einem Kleiderschrank, einem Kleiderwagen oder sonstwo untergebracht ist, ist eine Frage des Geschmacks und der Menge an Kleidung. Generell gilt natürlich: weniger Kleidung = weniger Platzbedarf. Es gibt auch sehr einfache Lösungen: Meine Cousine (Nicht-Minimalistin!) handhabt es ganz pragmatisch seit inzwischen Jahrzehnten so, dass alles, was nicht in den 1m-breiten Schrank reinpasst, auch nicht gekauft wird bzw. dann erstmal entrümpelt werden muss.

Medien im Schlafzimmer:

Ich weiß, manche lieben es mit Fernseher im Schlafzimmer einzuschlafen. Aber es gilt zu bedenken, dass dieser Schlaf dann nicht so erholsam ist. Wer meint, nicht darauf verzichten zu können, sollte zumindestens dann über eine Zeitschaltuhr nachdenken (da reicht eine ganze einfache ohne jeglichen digitalen Schnickschnack). Besser ist natürlich, das TV-Gerät ganz zu verbannen.
Wer das Handy als Wecker benutzt: Meine Empfehlung ist, das Handy abends auf „Flugzeugmodus“ zu schalten bzw. ggf. eine „Nicht-Stören“-Funktion zu verwenden. Dann funktioniert zwar der Wecker, aber die Telefon-Funktion ist ausgeschaltet. Wer das Handy angeschaltet lassen muss: dann wegen der Strahlung nicht in der Nähe des Kopfes deponieren. Oder über vielleicht ein Teil mehr nachzudenken: einen klassischen Wecker.
Ein Radiowecker sollte es nach Möglichkeit nicht sein, wegen der Strahlung insbesondere nicht in der Nähe des Bettes stehen –> ist prima für die nächste Minimalisierungs-Runde geeignet 😉

Schreibtisch / Hobbyecke:

Wenn es nicht anders möglich ist – bzw. bewusst gewollt und der Schlafraum hat noch andere Funktionen: Lässt sich dies abends wegräumen bzw. in einen verschlossenen Schrank deponieren – und zwar komplett? Im Bett zu liegen und auf Akten und einen Stapel unerledigter Papiere zu schauen, ist wenig erholungsfördernd.

Lichtverhältnisse:

Zuviel Licht hindert an einem tiefen Schlaf, daher sind Rollos, Gardinen etc. kein Luxus, sondern sinnvoll.

Deko:

Da kann ich nicht viel zu sagen. Ich habe dafür überhaupt keine Antennen. Mir reichen 3 Lieblingsbilder. Alles andere sind für mich überflüssige Stehrümchens und haben bei mir keine Überlebenschance.

Von Schnachern, Eulen und Lärchen:

Wer in einer Beziehung lebt, kennt es unter Umständen: manchmal passen die Bedürfnisse ans Schlafen wunderbar zusammen, manchmal aber auch gar nicht. Unterschiedliche Arbeitszeiten, Schichtdienste, Frühaufsteher, Langschläfer, der berühmt-berüchtigte Schnacher (oder Schnarcherin), Ordnungsliebend der bzw. die eine, eher bunt-chaotisch der bzw. die andere.
Mein Tipp ist es, dann, wenn selbst Kompromisse immer wieder nicht funktionieren, sich hier nicht unsinnig zu quälen oder sogar einen Beziehungskrach oder Trennung herauf zu beschwören, sondern nach anderen Lösungen zu suchen. Bei Bedarf dürfen dies auch gerne auch ungewöhnliche Lösungen sein. Muss es beispielsweise immer die typische Wohnzimmer-Schlafzimmer-Aufteilung sein? Warum nicht für jede/n ein Zimmer und sich öfters einfach mal abends gegenseitig besuchen? Mit einer Matte, die tagsüber zusammen gerollt werden kann, einem Klapp- oder Hochbett ist dann auch tagsüber genügend Platz. Typische Wohnzimmerfunktionen können bei kleineren Wohnungen durchaus auch auf die beiden Zimmer aufgeteilt werden. Der Phantasie und Experimentierfreude sind da keine Grenzen gesetzt, wenn erstmal die erste  „So-war-es-immer-Schranke“ im Kopf überwunden ist.

Und so siehts bei mir aus:

Keineswegs repräsentativ, sondern einfach nur, wie ich am besten zurecht komme:
Vor einiger Zeit habe ich das Bett gegen eine Shiatsu-Matte getauscht (Futon war mir zu teuer). Ich liebe es, hart zu liegen. Derzeit steht das Bettgestell noch in einer Ecke des Schlafzimmers. Dort störts nicht, Platz ist dort genug, ich habe ja sonst nicht viel Zeugs. Ich möchte keine voreiligen Entscheidungen treffen, die ich evt. später bereue, außerdem plane ich nicht als Digitalnomade nur mit Rucksack durch die Gegend zu ziehen – also kann ich es entspannt angehen. Mir geht’s nach den ersten Wochen prima mit der Matte und ich schlafe dort deutlich besser. Momentan kann ich mir nicht vorstellen, dass ich nochmal zum normalen Bett wechsle, aber wer weiß…

Kleiderschränke mochte ich noch nie. Obwohl sie durchaus Sinn machen. Sie gefallen mir einfach nicht. Punkt. Ich habe einen Kleiderwagen und der Rest ist in einem Holzschränkchen. Vor einiger Zeit habe ich mir als Abstellmöglichkeit noch den „Berliner Hocker“ gebastelt. Er ist von Van Bo Le-Mentzel in der Reihe der „Hartz-IV-Möbel“ entstanden und ein wares minimalistisches Multitalent: Nachtisch, kleiner Abstelltisch, mehrere Hocker aufeinander gestapelt sind als Regal nutzbar. Einfach genial und relativ leicht herzustellen. Hier zu sehen: Hartz-IV-Möbel – Berliner Hocker (Bauanleitung kann angefordert werden).

Als Schreibtisch nutze ich inzwischen einen alten Klapptisch aus Schweden. Der Klapptisch gehört mir nicht, ich kann und darf ihn aber nutzen. Statt Bürostuhl ein Küchenstuhl, den ich mir 1986 gekauft habe. In einem Schubladenschrank mit 3 Schubladen passen alle meine Bürounterlagen, samt Akten und ein paar Bücher prima hinein.

Soviel meine Gedanken zum minimalistischen Schlafzimmer. Vielleicht war die ein oder andere Anregung dabei – oder es gibt noch ganz andere Ideen, Vorstellungen? Dann immer gerne her mit den Ideen.

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Gabi RaeggelGabi Raeggel – zu meiner Person:
Minimalismus entspricht vorrangig meinem persönlichen Naturell. Ich habe nie viel angehortet und war ganz fasziniert, als ich entdeckte, dass meine bevorzugte Lebensweise inzwischen auch einen Begriff gefunden hat: Minimalismus.
2010 lernte ich Zen-Meditation kennen, seit 2011 regelmäßige MBSR-Achtsamkeitspraxis. Die Kombination von Achtsamkeit und einer konsumreduzierten Lebensführung hat mein Leben deutlich bereichert. Ich blogge dazu auf www.achtsame-lebenskunst.de. Neu hinzu gekommen ist die Webseite www.minimalismus-tipps.de. Dort sind thematisch orientierte Linklisten zu praktischen Ideen und Tipps von Minimalismus-Bloggern zu finden.

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