Finanzen, Minimalismus
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Warum wohnen ohne Besitz verdammt teuer ist…

In der Ausgabe 31/2017 des Wochenmagazins Focus, welches ich in meiner Bücherei bekommen habe, gibt es in der Titelstory um das Thema Geld. „Psychologie des Wohlstandes – Wie Geld unser Leben steuert“ lautet der etwas reißerische Titel. Das sich dieses Thema nicht auf den wenigen Seiten für die Titelgeschichte würde vollends zusammenfassen lassen, war mir schon vor dem Lesen klar. Trotzdem fasst der Artikel aber wesentliche Punkte zusammen und verweist auf weitere Literatur, die auch ich zu diesem Thema sehr empfehlen kann. Wie zum Beispiel „Erst denken, dann zahlen – Die Psychologie des Geldes und wie wir sie nutzen können“ von Claudia Hammond* oder die Bücher von Greta Taubert „Apokalypse Jetzt*“ sowie „Im Club der Zeitmillionäre*“.

Um den Artikel abzurunden, druckte der Focus ein Interview mit dem Künstler Friedrich Liechtenstein ab. Dieser war 2002 in die Privatinsolvenz gerutscht und verzichtet seitdem größtenteils auf Besitz. Erst notgedrungen, später dann freiwillig. Sein Besitz passe in zwei große Koffer.

Dabei wendet er wie viele gerne den Trick an, Dinge zu mieten und nicht zu besitzen. So lebt er heute in einer möbliert gemieteten Wohnung, in der alles wichtig zu finden sein.

Ein Trick ist es deswegen, weil sich einige Minimalisten so von Besitz „freikaufen“. Denn es ist ja nicht so, dass man kein Bettwäsche, Geschirr oder einige Möbel zum Leben brauchen würde. Diese werden gemietet anstatt gekauft und besessen.

Ich habe mir eben einmal den Spaß gemacht und geschaut, was denn eine möblierte Wohnung in meiner Gegend kosten würde. Viel Auswahl fand ich nicht vor, weswegen ich kein allgemeingültiges Urteil abgeben kann. Was ich aber gesehen habe, waren Wohnungen, die über 10qm kleiner waren und dabei ca. das Doppelte meiner Miete inkl. aller Kosten kosteten. Mag sein, dass das in Städten wie Köln oder Berlin anders ist. Aber hier im Ruhrpott scheint möbliertes Wohnen ziemlich teuer zu sein.

Wenn ich weiter einmal zusammenrechne, was ich für die (einfache) Einrichtung meiner Wohnung zahlen müsste, wenn ich diese komplett neu zusammenstellen müsste, dann komme ich auf vielleicht 1000€ bis 1500€. Wenn ich überwiegend gebrauchte via Kleinanzeigen und Co. kaufen würde, wäre es bestimmt weniger. Ich gehe aber einfach mal vorsichtshalber von 2000€ aus und nehme die Differenz zwischen der normalen und möblierten Miete. Dann habe ich diese 2000€ in ca. 6-8 Monaten zusammen.

Heißt also, wenn ich länger als 8 Monate möbliert wohnen möchte, dann zahle ich nach 8 Monaten jeden Monat doppelt so viel, wie für eine einfache, eigene und selbst eingerichtete Wohnung. Das finde ich schon eine Menge Geld, das ich für die Tatsache ausgebe, dass ich keinen Besitz habe.

Vor allem muss dieses Geld ja erst mal erwirtschaftet werden. Was ja wiederum bedeutet, dass ich für den Bonus keine Möbel und Co. zu besitzen wesentlich mehr freie Zeit durch Arbeit in Geld verwandeln muss, um diesen Luxus zu bezahlen. Und das steht in meinem Verständnis von freiwilliger Einfachheit komplett konträr zu den eigentlichen Zielen dieser Lebensweise.

Fairerweise sei hier noch die Wohngemeinschaft als weitere Alternative erwähnt. Wobei ein Zimmer in einer WG nur etwas weniger kosten würde, als meine jetzige Wohnung. Wobei das Wohnen in einer WG wohl wesentlich ökologischer sein dürft, egal wie wenig Energie ich auch alleine verbrauche…

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