Psychologie
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Wie viel brauche ich wirklich?

Wie viel brauche ich wirklich? Diese Frage stellen wir uns alle irgendwann einmal. Spätestens wenn unsere Wohnungen und Keller so voll werden, das es schwer ist, die Übersicht zu behalten. Dann stellt sich die Frage, was darf bleiben und was könnte weg?

Was wir wirklich brauchen

Grundsätzlich brauchen wir nicht viel materielles zum Leben. Wasser, Nahrung, ein Dach über dem Kopf, Kleidung. Das ist das Nötigste.
Was danach kommt, dass sollte jeder Mensch für sich selbst entscheiden. Oft wird Minimalisten nachgesagt, sie dürften nur 100 Teile besitzen. Aber das ist meiner Meinung nach Quatsch. Denn es lässt sich nicht an der Anzahl an Dingen messen, ob man ein einfaches Leben führt. Zuviel sollte es aber natürlich auch nicht sein.

Was brauche ich?

Was ich also wirklich zu Leben brauche, ist dass, was mir in meinem Leben wichtig ist. Ob es die Büchersammlung, die gut ausgestattete Küche, das Automobil oder ein bisschen Kitsch ist, dass sei jedem selbst überlassen.
Nur zuviel sollte es nicht werden. Denn zuviel belastet. Einen Minimalisten, macht nicht die Anzahl der Dinge aus, sondern die Kompetenz, sich von dem zu trennen, was er nicht in seinem Leben benötigt. Das müssen nicht nur Dinge sein, sondern auch Tätigkeiten, Menschen oder Gewohnheiten.

Es geht also nicht um die Frage, wie viel ich wirklich brauche, sondern, was brauche ich nicht mehr.

Was brauchst du für ein einfaches Leben? Schreib doch einen Kommentar hierzu unter diesen Artikel.

Bist du neu auf meinem Blog? Dann habe ich für dich hier eine kleine Einführung vorbereitet.

Oder schaue dir das eBook zum Blog “Die Entdeckung der Schlichtheit – Einblicke in den alltäglichen Minimalismus” an. Dort findest du die besten Artikel des Blogs in überarbeiteter Form als handliches eBook zusammengefasst.

14 Kommentare

  1. Wer zum Henker hat sich eigentlich das mit den 100 Dingen ausgedacht…? Das scheint ja ein ziemlich großes Thema (immer noch?) zu sein…

    Ich stimme dir voll zu, dass es beim Minimalismus eher um das nicht behaftet sein oder das nicht angehaftet sein an Dingen, wenn man das so Zen-mäßig sagen kann, geht. Es geht doch eher darum sich im Loslassen zu üben als alles andere, ansonsten wäre es ja wieder eine Beschäftigung mit den Dingen und kein Minimalismus.

  2. Hallo!

    Immer wieder wenn ich Dinge in die Hand nehme, stelle ich mir zwei Fragen:
    – Würde ich das Teil wieder kaufen?
    – Wenn ich es weggebe, würde ich es vermissen?

    Lautet die Anwort zweimal nein, fliegt es raus. Auch bei Neuanschaffungen überlege ich mir schon im Vorfeld, wie ich wohl in ein paar Monaten diese Frage beantworten würde. Damit werden die Einkaufslisten schnell kürzer 😉

    Das beschränkt sich nicht nur auf Dinge, die man kaufen muss. Eine digitale Fotosammlung kostet wenig Geld und Platz, kann aber trotzdem zur Belastung werden.

    Sinngemäß funktioniert das genauso mit Aktivitäten und sogar Beziehungen.

    Minimalistisch ist für mich, nur drei Arten von Dingen, Aktivitäten und Beziehungen zu haben:
    – Das, was ich brauche
    – Das, was mir Freude macht und dem Leben einen Mehrwert gibt
    – Etwas, mit denen ich anderen eine Freude machen möchte

    Grüße
    Jens

  3. Hallo Daniel,

    bewusster Konsum ist mein Ziel. Nicht gar nicht konsumieren und nur 100 Dinge zu besitzen. Bewundere, wenn Leute so leben. Meins wäre es nicht. Fehlkäufe sind seltener geworden. Lassen sich nicht ausschließen, wenn man Neues ausprobiert. Ich konsumiere gerade wieder gerne.

    Liebe Grüße – Tanja

  4. Dein letzter Satz hat mich sehr berührt. Ich denke darin liegt sehr viel wahres.
    Zumindest für mich und meine momentane Lebenssituation/einstellung.

    Danke

  5. “Es geht also nicht um die Frage, wie viel ich wirklich brauche, sondern, was brauche ich nicht mehr.”

    Dem stimme ich zu 🙂 Ich habe so viele Dinge, die ich nicht mehr brauche, und es tut gut sie loszuwerden 🙂

  6. Michael sagt

    Hallo Daniel,
    diesen Kommentar habe ich auch schon bei eurem klasse Podcast Projekt zu Episode 8 hinterlassen, aber er passt auch sehr gut zu Deinem Artikel. Daher poste ich ihn hier nochmals. Wenn das zuviel ist, dann könnt ihr das gerne löschen. Hier kommentieren und antworten mehr Leser, was ich noch spannender finde.

    Erstmal vielen Dank für eure immer wieder spannenden Podcasts und die vielen Eindrücke und Tipps, die ihr teilt. Ich höre nach und nach all eure Podcasts durch und bin immer mehr mit dem Minimalsimus-Virus infiziert.

    Nicht nur das Dinge-Ausmisten und Zeit anders wertschätzen, auch die Nachhaltigkeit und “Geld ist nicht Alles Philosophie” finde ich klasse. Momentan bin ich richtig begeistert von den Ideen.

    Wie vielleicht viele, fange ich schon jetzt als Neuling im Minimalismus damit an, möglichts nichts

    Neues zu kaufen. Das ist schonmal ein Schritt.

    Aber ich will vor Allem auch erstmal den ganzen Kram, der mich nur belastet, loswerden.
    Vom Beamer, der praktisch neuwertig erst ein paar Stunden in 3 Jahren genutzt wurde, über 5 verschiedene Sessel auf denen ich nie sitze, die aber Platz wegnehmen und für die ich auch quasi Miete und Wohnraum bezahle und Hunderte andere Sachen. Alles muss weg.

    Leider ist Vieles neuwertig oder noch sehr sehr gut erhalten und hat Einiges gekostet (z.B. Beamer ca. 400 Euro)

    Und da stellt sich mir die Frage, wie ihr das macht. Immer wieder in den Podcasts und Blogbeiträgen schreibt und sagt ihr, dass ihr wieder Hunderte CDs oder Möbelstücke oder … losgeworden seid.

    Ich finde das super, wie Ihr Alles wegkriegt.

    Ich stehe hier jetzt vor einem Berg an Sachen (ein ganzer großer 5-türiger Wohnzimmerschrank voll)
    CDs
    DVDs
    Teller, Tassen, …
    Elektronische Geräte, wie Beamer, Drucker, Digitalkamera, Küchenmaschine, …
    Kleidung
    150 Bücher
    Massagesessel, Schaukelstuhl, Korbsessel, Lesesessel, Fernsehsesse, CD-Regal, …

    Bisher habe ich nur einen Sessel (den fünften unbenutzten) in der Verwandtschaft verschenken können. Alles andere braucht keiner meiner Verwandten und Freunde.

    Daher habe ich sehr Vieles bei Ebay-Kleinanzeigen eingestellt. Ich wohne allerdings in einem Dorf und nicht in einer Stadt oder einem Ballungsraum.

    Jetzt nach 2 Monaten mit den Anzeigen und ohne Witz ca. Hundert beantworteter Anfragen und Nachfragen, habe ich genau 2 Objekte verkauft, nämlich meinen Kindle und einen Mini-GPS-Empfänger.

    Also Zusammenfassung:

    Etwa 6 Tage lang nur Sachen auf Ebay eingestellt und viele Abende Nachrichten von Interessenten beantwortet. Ein Riesen Zeitaufwand.

    Ergebnis:
    2 Sachen verkauft.
    Schrank noch voll, Wohnung noch voll

    Wie macht ihr das nur?

    Irgendeinen Anfängerfehler mache ich da. Genau das ist doch nicht Minimalismus, wenn ich so viel Zeit für das Ausmisten aufwende ohne sichtbaren Erfolg.
    Aber ich will die Sachen auch nicht wegwerfen, weil die ja noch gut nutzbar sind und die Produktion Unmengen an Ressourcen gekostet hat.

    Habt ihr da mit eurer Erfahrung vielleicht ein paar Tipps für mich?

    Also nochmal danke, macht weiter mit euren tollen Blogs und Projekten.

    Viel Glück auf eurem Weg

    Michael

    • Stefanie sagt

      Lieber Michael,

      verschenke es! Pack all den Kram ins Auto (außer viell den 400 Euro Beamer) und fahre es in das nächste Sozialkaufhaus! Es gibt oft Diakonieläden, Malteserläden, die den Erlös für gutes Soziales nutzen. Auch spende ich oft direkt in Flüchtlingsheime oder ich geh auf einen Flohmarkt und biete alles günstig an, damit es rauskommt. Schenkungsökonomie tut auch soooo gut!
      Da gibt es auch einen Artikel zu auf dem Blog “bewusster Leben” wie man den ganzen Kram los wird.

      • Es gibt in den Städten mittlerweile auch immer mehr Trödelläden, in denen man ein Regal mieten und sein Zeug dort deponieren kann. Ich weiß zwar nicht, wie viel man davon dann tatsächlich los wird, aber zumindest ist es eine weitere Möglichkeit…

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  9. Gabita sagt

    Ausmisten>von Dingen<
    befreit!
    Egal,ob es der volle FamilienFotoKarton ist,der schon zu lange..gleich wie ein NackenSchmerz..da oben auf dem Speicher lauert..oder sich im Keller zusammen kauert.Mit all dem Ungetanen.Weg´ damit!!Loslassen und im Jetzt sein.Gruß Gabita

  10. Chaim sagt

    Hallo Michael,

    super realistische Beschreibung hast du gegeben.

    Deine Artikel bei Kleinanzeigen.Ebay.de haben ein Problem: Sie geben dem Käufer nicht den Konsum-Kick, etwas Neues gekauft zu haben. Der Kick macht einen wesentlichen Teil der Kaufentscheidung aus. Bei Messies sogar fast 100%.

    Viel Erfolg
    Chaim

  11. Heiko sagt

    Hallo Daniel!

    Auf Umwegen bin ich heute irgendwie auf Deine Seite gestoßen und finde sie sehr sympathisch. Und ich finde es amüsant, dass ich heute einen Begriff für einen Lebensstil kennengelernt habe, den ich seit etwa 15 Jahren pflege 🙂 Tatsächlich gibt es nur eine Sache, von der ich relativ viel habe: Bücher. Allerdings nur solche, die ich für mein tägliches, berufliches oder seelisches Leben um mich haben möchte. Fast alle Bücher, die ich habe (schon mehr als ein paar hundert) habe ich selbst vollständig gelesen (Wörterbücher natürlich nicht), viele davon habe ich immer mal wieder in der Hand. Das mit dem Trennen von Büchern lerne ich gerade, bin also auch noch unterwegs…

    Meiner Meinung nach besteht die Kunst des Lebens im Loslassen. Wenn man aufhört zu glauben, dass man alles mögliche unbedingt braucht, dann wird es entspannter. Ich versuche mich an folgendem Grundsatz: alles, was ich nicht mindestens ein mal im Jahr in der Hand habe, kann weg. Wenn ich es noch nicht weggeben will, warte ich noch ein Jahr. Und meistens fällt es mir dann leichter, mich davon zu trennen, weil die Vorstellung, etwas ein Jahr zu behalten, um es dann wegzugeben, mich bei den meisten Sachen zum Lächeln bringt. Dann kann man es ziehen lassen 🙂

    Gerade überlege ich, wann ich zuletzt etwas gekauft habe, dass kein Lebensmittel/Verbrauchsmittel und kein Geschenk für jemand anderes war… ich glaube vor vier Monaten eine neue Organisationsmappe für den Job. Und ein neuer Akku für mein 6 Jahre altes Handy, weil der Akku den Geist aufgegeben hatte, ich aber kein neues Handy wollte…

    Für die Starter: Versucht einfach mal einen Monat nichts außer Verbrauchsgütern zu kaufen – ihr werdet erstaunt sein, wie einfach das ist, wenn man sich erst mal mit dem Gedanken anfreundet, nichts kaufen zu müssen 🙂

    Gibt es eigentlich so etwas wie eine Liste, was man haben sollte? So als Anregung für alle, die mehr haben und mal schauen wollen, mit was sie auch auskommen könnten?

    Liebe Grüße an alle

    Heiko

    • Hallo Heiko,
      ich finde es auch vollkommen in Ordnung, wenn man ein Hobby hat, was man pflegt. Wenn einem etwas wichtig ist, dann sollte man es auch nicht weghauen.
      Dein Tipp, einfach mal nichts anderes als Verbrauchsgüter zu kaufen, ist sehr gut. Vor allem lernt man so, wie wenig Geld man eigentlich wirklich zum Leben braucht.
      Eine Liste, was man wirklich braucht, gibt es nicht. Da ist glaube ich jeder Mensch zu verschieden. Aber ich habe in meinem eBook “Finanzen für Minimalisten” mal Rechnung zusammengestellt, für was man wie viel Geld im Moment ausgeben sollte/muss. Das kommt dem schon sehr nahe. Wenn du das Kapitel haben willst, melde dich einfach bei mir.

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