Alle Artikel in: Bücher

100

Seit nun mittlerweile drei Jahren schreibe auf diesem Blog über Minimalismus und ein einfacheres Leben. Dabei sind bis zum heutigen Tag 100 Posts zusammengekommen. Und es sind viele Ideen, Aktionen und Sichtweisen in die einzelnen Texten eingeflossen.

Da sich aber nun mal fast niemand die Mühe macht, einen Blog von Anfang an zu lesen, habe ich mich in den letzten Wochen einmal hingesetzt und alle wichtigen Artikel in einem eBook zusammengefasst. Denn so gut ein Blog auch durch das Abonnieren des RSS-Feeds für die regelmäßige Verbreitung von Texten gut ist, so unhandlich ist das Nachlesen von Anfang an. Auch haben sich viele Texte im Laufe der Zeit überholt oder sind nicht mehr allzu relevant.

Zitat

“Ziel der Werbung ist es, den Betrachter ein klein wenig unzufrieden mit seinem gegenwärtigen Leben zu machen. Nicht mit dem Leben der Gesellschaft insgesamt, sondern mit seinem eigenen. Sie unterstellt, dass der Betrachter ein besseres Dasein haben wird, wenn er erwirbt, was sie anbietet. Sie zeigt ihm eine verbesserte Alternative zu dem, was er ist …

Jede Werbung arbeitet mit Ängsten. Die Summe von allem ist Geld, und Geld zu bekommen heißt, die Ängste zu überwinden. Andersherum betrachtet: Die Werbung spielt mit der Angst, dass man nichts ist, wenn man nichts hat.”

Zitat

„Wir müssen uns entscheiden, damit fängt alle Pädagogik an. Wollen wir eine Homepage-Öffentlichkeit, in der jeder sich an jeden wendet und sich in die Folgelosigkeit einübt, in das Nicht-verantworten-Müssen dessen, was man in die Welt gesetzt hat? Wollen wir die ständige Beschleunigung, die fortgesetzte Entsinnlichung, die Preisgabe der Unmittelbarkeit, multa statt multum? Wollen wir digitale Vernetzung mit mehr Unbekannten statt Verbindung und Auseinandersetzung mit denen, die uns angehen und die wir angehen? Wollen wir das … Untergehen der Aufmerksamkeit im großen Geräusch und der ständigen Überblendung? Wollen wir die Zunahme von Schein, die Verdrängung der erfahrbaren Wirklichkeit durch die virtuelle, des Kostbaren und Widerständigen durch das Verfügbare und Geläufige … Mit diesen weder rhetorischen noch ironischen Fragen sind nicht die neuen Medien angeklagt, sondern unsere Willenlosigkeit, unser Zauberlehrlingsübermut, unser Opportunismus und unsere in ihm gründende Unfähigkeit zu erziehen?“

Die Datenfresser

Gestern wurde ein Urteil des Landgerichts Frankfurt an mich herangetragen, welches darauf abziehlt, dass ich als Webseitenbetreiber auf sämtliche Trackingmaßnahmen explizit hinweisen muss. Tracking heißt für diese Seite und die meisten anderen Blogs, aus reinem interesse die Besucherzahlen zu messen. Um dies nun weiter rechtmäßig tun zu dürfen, würde ein Hinweis im Impressum dazu nicht mehr ausrechen. Ich hätte nun die Möglichkeit auf der Startseite präsent darauf hinzuweisen oder meine Leser mit einem Pop-Up-Fenster zu belästigen. Beides will ich nicht, denn es würde die Optik bzw. die Einfachheit dieser Webseite beschädigen, wie ich finde. Also habe ich das von mir selbst betriebene Tool „Piwik“ aus dieser Seite entfernt. Piwik ist im Vergleich zu anderen Trackingtools deshalb besonders freundlich, weil die anonymisiert erhobenen Daten auf der eigenen Seite, alos dem eigene Server verbleiben und nicht wie üblich an Google & Co. übermittel werden, wo niemand weiß, was noch alles mit den Daten angestellt wird. Naja…

gelesen: “Freundschaft lebendig gestalten” von Thomas Hax-Schoppenhaus

Freundschaften sind eines der wichtigsten Punkte für ein gutes Leben. Freunde teilen, unterstützen, hören zu, geben Ratschläge, trösten und tun viele Dinge mehr. Und das alles ohne Hintergedanken oder eine Gegenleistung zu erwarten. Zumindest macht dies eine gute und ausgeglichene Freundschaft aus.

Bereits vor einiger Zeit bin ich mal auf die psychologischen und sozialpädagogischen Theorien zum Thema Freundschaft gestoßen, habe mich aber bis jetzt nicht näher damit beschäftigt. Als Einstieg in das Thema eignet sich das Buch “Freundschaft lebendig gestalten” von Thomas Hax-Schoppenhaus sehr gut. Es ließt sich gut, gibt einen weiten Überblick darüber, was Freundschaft eigentlich ist, wie eine gute Freundschaft gelingen kann und welche Fallstricke es gibt. Illustriert wird dies alles durch viele anschauliche Beispiele.

share

Wer mir auf Twitter folgt, wird es bereits mitbekommen haben: Ich bin nun autolos. Und ich finde es keineswegs schlimm. Vielleicht bleibt dies in den nächsten Woche so, vielleicht ändert sich diese Einstellung auch wieder. Ich werd’s sehen.
Eines der schönen Dinge ohne Auto kann die Wartezeit auf die Bahn oder den Bus sein. Besonders gerne vertrödle ich die Wartezeit in Bahnhofsbuchhandlungen. Einfach durch die Gänge streifen, die Auslagen anschauen und die Regale mit den vielen verschiedenen Zeitschriften sichten. Und manchmal finde ich dabei etwas interessantes. So auch heute, am ersten autolosen Tag am Essener Hauptbahnhof.
„Share – gut leben, gutes tun“ heißt mein Fund. Es handelt sich dabei um eine Zeitschrift, die sich dem Thema „share economy“ in all seinen Facetten beschäftigt. Im Magazin finden sich Artikel über Car- und Foodsharing, Crowdfunding, Tauschparties, Airbnb  und Couchsufring, aber auch skurrileres wie Dog-Sharing oder Polyamorie. Interessant ist auch, dass das Heft eine Produktion der Burda Journalistenschule ist.
Für uns Minimalisten all die Themen nichts wirklich neues. Aber spannend finde ich es schon, dass sich daraus eine ganze Zeitschrift kreieren lässt. Zudem finden sich relativ wenig Anzeigen im Heft. Jedoch finde ich das Produktplacement, grade im Modeteil, etwas übertrieben.
Für 3,90€ kann getrost zugegriffen werden. Um dem Thema aber gerecht zu werden, möchte ich das Heft nach der Lektüre mit Euch teilen. Vielleicht ist es ja auch möglich eine „Postkette“ hinzubekommen. Wer das Heft zugeschickt bekommen möchte, schreibt mir einfach ein Mail.

was wir von Sterbenden lernen können

Die meisten werden bestimmt schon über den Blogartikel „regrets of the dying“ von Bronnie Ware gestoßen sein. In diesem schildert die Autorin fünf Dinge, die sterbende häufig an ihrem Lebensende bereuen oder besser gemacht hätten.
Kurz wiedergegeben handelt es sich um folgende fünf Punkte:

  • Ich wünschte, ich hätte mein Leben mehr nach meinen eigene Vorstellungen gelebt und nicht so, wie es andere von mir erwarten.
  • Ich wünschte, ich hätte nicht so häufig und hart gearbeitet.
  • Ich wünschte, ich hätte meinen Gefühlen mehr Ausdruck verliehen.
  • Ich wünschte, ich wäre mit meinen Freunden in Kontakt geblieben.

eBook vs. gedruckes Buch

Ich bin ein Freund von neuem technischen Spielzeug und grade das elektronische Buch hat es mir seit meiner frühen Internetzeit um die Jahrtausendwende angetan. Die Vorstellung, geschrieben Texte nicht mehr ausdrucken zu müssen, diese aber auch nicht am PC-Bildschirm zu lesen, war damals ein Traum von mir. Die Einführung von Flachbildschirmen machte das Lesen schon etwas erträglicher, aber schön war anders. Meine ersten elektronischen Bücher las ich um 2002 auf meinem kleinen Siemens-Handy. Aber auch das war keine Alternative.
Als die ersten Lesegeräte mit elektronischer Tinte auf den Markt kamen, hatte ich die Möglichkeit mir eines anzuschauen. Damals dauerte das Umblättern der Seite noch unwahrscheinlich lange und es machte keinen Spaß, da das Flackern des Schirmes sehr störte.
Interessant wurde das Thema erst, nachdem ein großes Internetkaufhaus seinen günstigen und guten eReader auch in Deutschland verkaufte und Tabletcomputer, grade mit 7 Zoll Bildschirmdiagonalen, auf den Markt kamen. Beides eignet sich, wenn die Qualität des Gerätes stimmt, hervorragend zum Lesen. Elektronische Tinte ist fast vergleichbar mit einem herkömmlichen Buch, wogegen Tablets mit einen Farbdisplay mehr Möglichkeiten bieten. Soviel zur technischen Seite.

das Buch-Paradoxon

Am vergangenen Samstag bin ich mal wieder ganz klassisch in eine kleine Buchhandlung gegangen und habe mir ein Buch gekauft. Einfach so, weil mir das Cover sowie der Klappentext gefallen hat und ohne im Netz Bewertungen oder wen Wiederverkaufswert zu ermitteln. So bin ich auf dem Rückweg auf ein erstaunliches Paradoxon gestoßen.

Wie bemisst sich der Wert eines Buchs? Durch den Inhalt? Durch die persönliche Relevanz? Durch die Gestaltung? Durch die Physikalität?
Im Grunde geht es ja um den Inhalt, weswegen ich zu einem Buch greife. Ich werde, durch das Cover, die Bewertungen und die persönliche oder computergenerierte Empfehlung darauf aufmerksam und interessiere mich für dieses Buch. Ist nun noch der Preis, in Form von Geld und/oder Zeitaufwand für das Lesen gerechtfertigt, dann greife ich zu. Ich zahle also beispielsweise 10 Euro für den Konsum des geschriebenen Werkes.

die Ablenkungen erkennen

Keine Zeit. Schnell immer die nächste Sache planen, machen wollen. Zu viel zu lesen, sehen, hören, spielen…

Wenn ich unser Heute mit dem Gestern vergleiche, fällt mir eines sofort ins Auge: Heute treffen viel mehr Ablenkungen auf uns ein, als es noch vor vielleicht 10 Jahren waren. Das einfache Handy, damals bei weitem noch nicht so allgegenwärtig, wurde gegen Smartphones ausgetauscht, die heute ständig mit dem Internet verbunden sind. Die Fernseher und Monitore sind um einiges größer geworden, die Rechner schneller. Aus langsamen, weil analogen Kameras wurden digitale Apparate, die viel mehr Bilder in viel kürzerer Zeit aufnehmen können. Und neue Konsumkategorien wurden erfunden, wie das digitale Buch oder die allgegenwärtigen Apps.